Aachen - Vor Weihnachten staut es sich am Schalter

Vor Weihnachten staut es sich am Schalter

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
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Ähnlich wie an diesem Schalter sieht die Situation im Aachener Kapuzinerkarree aus, wo die Postbank von ihrem Hausrecht Gebrauch machte und das Fotografieren von Kundenschlangen untersagte: Wer in der Vorweihnachtszeit zur Post muss, sollte - vor allem zu Stoßzeiten - mit einer Wartezeit

Aachen. Es ist halb fünf. Schnell noch das Paket bei der Post abgeben, und dann ab nach Hause auf die Couch. Ganz so einfach ist das nicht, wie ein Test beweist. Denn wer in der Vorweihnachtszeit an einen der Post-Schalter in der Stadt muss, der sollte etwas mehr Zeit einplanen.

Mit einem Paket in den Händen verlässt Monika Zaharanski die Filiale im Kapuzinerkarree. Eine Viertelstunde hat sie in der Schlange gestanden. „Eigentlich meide ich diese Filiale, hier muss man immer lange warten.” Deshalb geht die Aachenerin lieber in die Filiale ihres Vertrauens in der Jakobstraße.

Diesmal war aber auf dem Abholschein das Kapuzinerkarree als Abhol-Adresse angegeben. „Hier wurde extra ein Schalter für den Abholservice eingerichtet, der aber heute gar nicht besetzt war”, ärgert sich Zaharanski.

Was viele nicht wissen: Bei der Filiale am Kapuzinerkarree - ebenso wie am Pontdriesch - handelt es sich um sogenannte Postbank-Finanzcenter. Die bieten zwar auch normale Post- und DHL-Dienstleistungen an, werden aber von der Postbank betrieben. Konkret sieht das so aus: Es gibt zwei Warteschlangen - links eine für die Post- und DHL-Kunden, rechts eine für die Postbank-Kunden. Die linke Schlange reicht gegen fünf Uhr fast bis zum Ausgang. Rechts steht kaum jemand an.

Kunden zweiter Klasse?

Sind die Post-Kunden dort Kunden zweiter Klasse? Das bestreitet Dieter Pietruck, Post-Sprecher aus Düsseldorf. „Wir haben Verträge mit der Postbank, die Mitarbeiter sind auch für den normalen Post-Service zuständig”, erklärt er. „Es wird auch von unseren Testkäufern regelmäßig kontrolliert, ob es Ungereimtheiten gibt.” Bislang seien der Post aber keine Probleme bekannt.

Immerhin ist am Test-Tag ein zusätzlicher Briefmarken-Verkaufsstand vor Ort - allerdings handelt es sich um eine Sonderaktion. Wer also nur eine Marke braucht, kann sich diese dort schnell kaufen.

Süleyman Demir, der ein Paket abgegeben hat, musste diesmal nicht ganz so lange warten wie vergangene Woche. Da brauchte er nur Briefmarken - und die kauft er nicht gern am Automaten. „Ich habe 20 Minuten angestanden.” Denn am besagten Tag gab es keinen Extra-Briefmarkenstand.

Oliver Rittmaier, Sprecher der Postbank in Bonn, ist davon überzeugt, dass das Tagesgeschäft ohne größere Wartezeiten verläuft: „Unser Ziel ist es, 90 Prozent der Kunden in fünf Minuten zu bedienen”, erklärt er. Meist werde dieses Ziel erreicht. Allerdings räumt er ein, dass es „Nachfragespitzen” im Tagesverlauf gibt - kurz nach der Öffnung, zur Mittagszeit und am späten Nachmittag.

Noch ist „die heiße Phase”, die Adventszeit, nicht angebrochen. Und auf die will man sich im Kapuzinerkarree vorbereiten. „Ab Ende November werden wir in unseren Filialen zusätzliches Personal einstellen”, kündigt Rittmaier an. Kräfte aus der Verwaltung, Auszubildende und externes Personal sollen dann den Weihnachtsansturm in den Griff bekommen.

Wie sieht es in den Post-Filialen in Aachen aus, die bei Einzelhändlern untergebracht sind?

In der Filiale in der Oppenhoffallee herrscht gegen fünf Uhr ebenfalls Hochbetrieb, die Kunden stehen vom Schalter bis zum Ausgang.

Ähnlich sieht es in der Filiale in der Jakobstraße aus. Dort haben Inhaber Heinz-Gerd Leyens und seine drei Aushilfen alle Hände voll zu tun. „Die Leute kommen stoßweise, teilweise stehen bis zu 15 Leute an.” Zusätzliche Kräfte stellt Leyens aber in der Vorweihnachtszeit nicht ein. „Wir kommen so zurecht, wir arbeiten hier richtig.” Es lohne sich für ihn nicht, noch zusätzliches Personal für die Vorweihnachtszeit einzuarbeiten. „Ich will die Leute durchgehend beschäftigen”, sagt er. Hinzu kommt, dass es in der Jakobstraße ohnehin nur einen Schalter gibt.

Ob Zusatzkräfte eingestellt werden, darüber dürfen die Inhaber selbst entscheiden. Doch auch dorthin entsende die Post AG einmal im Monat anonyme Testkäufer, verrät Pietruck. „Die entsprechenden Wartezeiten werden protokolliert - das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei uns.”

Falls die Testkäufer höhere Wartezeiten feststellen, rate die Post den Einzelhändlern, zusätzliches Personal einzustellen und zumindest beide Schalter - wenn vorhanden - zu besetzen.
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