Vor den großen Pop-Up-Stars sind die Bürger am Zug

Von: Matthias Hinrichs
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Baustelle Kunst: Die neue Direktorin Dr. Brigitte Franzen richtet das Ludwig Forum für die nächste große Schau her. Auch beim Bürgerdialog am 30. März freut sie sich auf spannende Diskussionen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Na also: Wenn die Bürgerinnen und Bürger am 30. März über das neue „kulturelle Leitprofil” für Aachen diskutieren, werden sie im Ludwig Forum bereits vorab einen provokanten „Aufhänger” vorfinden - auch im Wortsinn.

Gabriel Kuris knallgelbe Stahlgebilde thronen zurzeit zwar noch als wildes Ensemble auf weiter Flur. Aber die Vorbereitungen für die große „Pop Up!”-Schau, die am 5. April eröffnet wird, sind in die heiße Phase gegangen.

Kuris Kunstwerke haben bislang übrigens ausschließlich auf der Berliner Biennale 2008 für aufgeräumte Stimmung gesorgt: „Seine Objekte sollen von den Besuchern auch benutzt werden, um ihre Garderobe daran aufzuhängen”, erklärt Forum-Leiterin Dr. Brigitte Franzen augenzwinkernd.

„Mit seinen minimalistischen Skulpturen lädt er zur humorvoll-spielerischen Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst ein.”

Zug um Zug - oder besser: Lkw um Lkw - nimmt die opulente Schau jetzt Gestalt an. Davon kann sich im Vorfeld der Eröffnung jedermann übrigens zum Nulltarif überzeugen. Nach der Renovierung des Hauses und während der Vorbereitung der ersten großen Ausstellung unter der Leitung der neuen Direktorin wird im Forum kein Eintritt erhoben.

Ebenfalls aus Berlin ist inzwischen ein skurriles Kompendium von „Gebrauchsmöbeln” aus dem Atelier der Koreanerin Haegne Yang eingetroffen.

In Kürze wird die Ankunft brandneuer Arbeiten der Iranerin Nairy Baghramian erwartet, die laut Franzen bestens mit den formstrengen Gemälden von Lee Lozano in Beziehung gesetzt werden können.

„Unser Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst zu beflügeln, indem wir bislang selten gezeigte Werke aus der Sammlung mit spannenden Leihgaben konfrontieren”, erläutert Franzen.

So werden Kuris kurios-wuchtige Konstruktionen im Spannungsfeld zwischen Klamotte(n) und kreativem Anspruch in Kürze etwa kritisch beäugt von Meister Richard Serra: Chuck Closes berühmtes Künstlerporträt aus dem Forumsbestand soll nicht von ungefähr mit „Blickkontakt” platziert werden. „Serra hat die moderne Kunst durch seine mit sehr großem Ernst gestalteten Objekte geprägt”, sagt Franzen.

Sollten die Herren aufgrund der geschilderten Umstände auch nicht ins direkte Gespräch kommen - für alle Bürger besteht bald reichlich Gelegenheit, den Bogen noch viel weiter zu spannen. Und auch und vor allem über das „kulturelle Leitprofil” für die Stadt Aachen zu diskutieren.

Denn bislang liegt lediglich der Entwurf des Konzeptes vor, das auf klarere Schwerpunkte bei der Förderung regionaler Projekte und Ideen setzt.

Doch Brigitte Franzen, die beim „Bürgerdialog” am 30. März ebenfalls Rede und Antwort stehen wird, ist überzeugt, „dass ein neues Leitbild die Sichtweise auf die Aachener Kultur ganz erheblich beeinflussen wird”.

Auch dem Forum könne es Impulse „für eine noch bessere Positionierung als einzige große Präsentationsstätte für Gegenwartskunst in der Region” geben.
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