Aachen - Vor dem Pokal-Hit steht das Geduldsspiel

Vor dem Pokal-Hit steht das Geduldsspiel

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Der Tivoli am Donnerstagmorgen kurz vor 10 Uhr: Die Schlange reicht vom Eingang zum Ticketshop bis zur Eishalle - und wird über Tag nicht kürzer. Viele Fans sind am Ende genervt.

Aachen. Jetzt endlich ins Warme! Um 9.59 Uhr blickt Michaela Nennen auf ihre Armbanduhr. Dabei ist es im Vergleich zu den letzten Tagen gar nicht mehr so kalt - es sei denn, man steht seit über zwölf Stunden vor dem Tivoli.

Und genau das ist bei Michaela Nennen und ihrer Tochter Myriam der Fall. Um 21 Uhr haben sie am Mittwochabend ihr Quartier vor dem Eingang zum Ticketshop im Stadion aufgeschlagen. Das hat sich dann irgendwie doppelt gelohnt: Sie haben ihre Tickets sicher. Und sie sparen die enorm lange Wartezeit, bis sie endlich dran sind.

Schlange schon um 10 Uhr

Das Pokalspiel gegen die Bayern am 26. Januar macht halt auch die ein bisschen nervös, die eigentlich auf der sicheren Seite sind. So wie Mutter und Tochter Nennen und viele andere an diesem Donnerstagmorgen. Knapp 1000 Personen zählt die Schlange, die sich vom Eingang über den Tivoli-Vorplatz bis zur Eissporthalle zieht und permanent von hinten aufgefüttert wird.

Wie berichtet, hat die Alemannia den Dauerkarteninhabern und Mitgliedern ein Vorkaufsrecht eingeräumt, im Grunde könnte man bis zum 13. Januar ganz entspannt sein reserviertes Ticket abholen. Es sei denn, man hätte gerne ein zweites Ticket. Das gibt es nämlich nur als Kombipaket mit den Ligaspielen gegen Karlsruhe und Fürth - und vor allem nur in einer limitierten Zahl von 5000. „Da wir mehr Tickets brauchen, sind wir auf Nummer sicher gegangen”, lächelt Michaela Nennen etwas fröstelnd. Kurze Zeit später hält sie ihre Karten in Händen.

Genau wie Maria Goeble. Mit ihren 67 Jahren hat sie sich um 5 Uhr aufgemacht und ab 6 Uhr den Nennes Gesellschaft geleistet. Und kurz nach 10 Uhr nennt sie offiziell die erste Karte ihr eigen. Ihren Wunsch nach einem zweiten Einzelticket kann der Leiter des Ticketings, Kai Schalkowski, allerdings nicht erfüllen. Er steht mit zahlreichen Mitarbeitern hinter den Kassen und weiß, dass Geduld auf beiden Seiten gefragt ist.

Viel Geduld, und die hat nicht jeder. Schon im Laufe des Vormittags kommt es auf dem Stadionvorplatz zu Rangeleien. Vor allem, weil einige Interessenten „Fair play” nicht kennen und die Schlange nicht von hinten sondern von vorne aufzäumen. Begründung: „Wir haben keine Zeit uns anzustellen, wir müssen arbeiten.”

Nicht wenige Interessenten investieren eher unfreiwillig einen ganzen Tag in den Kampf ums Ticket. Karl Ludwig Boßhammer ist nach fünf Stunden verständlicherweise genervt, spricht von „Dilletantismus” und Respektlosigkeit gegenüber dem Fan.

Auf sage und schreibe sieben Stunden kommt am Ende Boban Jovanovic. Er hat sich extra einen Tag Urlaub genommen, um das heiß begehrte Entree gegen den Rekordpokalsieger zu ergattern. „Natürlich haben sehr viele Kunden Detailfragen. Und das braucht Zeit”, hat er beobachtet.

Personal enorm aufgestockt

„Aber hätte man nicht unten einen Kiosk öffnen und Kaffee und Brötchen anbieten können? Gerade bei dem Wetter?”, fragt er eher rhetorisch. Einer seiner Freunde hat von 9.30 bis 16.30 Uhr vor dem Tivoli zugebracht: „Nicht wirklich gut”, sagt er genervt und will Sportdirektor Erik Meijer mal um Stellungnahme bitten. Der finde so etwas nicht lustig.

Dabei hat die Alemannia personell kräftig aufgestockt, wie Ticketmanager Schalkowski betont: „Im Shop arbeiten bis zu 20 Leute, normal sind das an den Ticketkassen zwei. Wir haben zudem Kassen im Bereich Nordost geöffnet.” Weniger Spielraum sieht er hingegen im Ticketshop Pontstraße. Dort seien die Räume nicht für einen Ausbau geeignet. Zudem streikt mitunter der Drucker.

Am Ende sind rund 8000 Tickets verkauft. Einige Kombitickets sind allerdings noch zu haben.
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