Von Sehnsucht und Bedrohung

Von: rid
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Fasst die Faszination der Himm
Fasst die Faszination der Himmelskörper in Farben: Josef Rother stellt gemeinsam mit Rainer Bauer in der Bergkirche aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Unverwechselbar ist die Handschrift des Aachener Malers Josef Rother, der sich und seinen Kunstfreunden zu seinem 81. Geburtstag eine Ausstellung in der alten Bergkirche St. Stephanus schenkt.

Sein Thema ist und bleibt die Natur mit ihren Energien, die er in flammenden Farben und fließenden Techniken malt und festhält. Zunehmend interessieren ihn Planeten und Monde, Sonnen und andere Himmelskörper, die in dunklen Himmeln, bisweilen leicht verhangen, geheime Kräfte ahnen lassen.

Für Rother sind die Himmelskörper Sehnsuchtsobjekte wie die Natur insgesamt: „Sie liegen jenseits unseres Horizonts, sie weisen auf andere Welten und Wichtigkeiten. Für mich ist auch wichtig, dass meine Kunst keine alten Wunden aufreißt und Schmerzen verursacht. Kunst und Natur spenden mir Mut und Trost zugleich. Ich schaue nur nach vorn.”

Farbintensiv und in dichter Hängung präsentiert der putzmuntere Herr seine energiegeladenen Bilder nicht nur an den Wänden, sondern auch an zusätzlich gespannten Leinen zwischen den Säulen. So durchzieht die Rothersche Energie die Kirche und mischt sich mit den religiösen Bildern und der Möblierung zu einem vielschichtigen Gesamtkunstwerk, das Leben und Entwicklung versprüht - mitten auf dem kleinen alten Friedhof hoch über dem beschaulichen Kornelimünster.

Die Beschäftigung mit dem Tod gehört für Josef Rother seit seinem 80. Geburtstag zum Alltag. „Zum Frühstück zünde ich mir ein Grablicht an. Abends auch, wenn ich meine Tagesarbeit ansehe. Das ist für mich eine Bildbetrachtungs-Meditation mit Totenlicht”, erzählt der Maler, der auch ein Erfinder ist. Da er gerne mit selbst hergestellten, aber leider rasch verblassenden Pflanzensäften malt, entwickelte er eine Methode zu ihrer Konservierung: „Ich hauche ihnen ewige Jugend ein.”

Eine völlig andere Sicht auf die Natur zeigt Malerkollege Rainer Bauer mit drei großen Ölgemälden im Altarraum. „Makro-Abbildungen” von Pflanzen an düsteren Orten in der Natur zeigen nicht nur deren Wildheit, sondern auch eine regelrechte Gefahr. Sümpfe und Irrlichter, Nebel und Reflexe auf dem Brackwasser irritieren aufs Äußerste und machen die für Rother romantische Natur zu einem Ort des Schauderns. Die Monumentalkraft des dunklen Grüns wird in der Spiritualität des Kirchenraums überaus deutlich und macht es zu einem Tatort statt zu einem Refugium.

Ausstellung wird am Sonntag eröffnet
Die Ausstellung startet am Sonntag, 8. Juli, um 15 Uhr mit einer Musik- und Flamenco-Darbietung von Sarah Katharina Pick, Arne und Jan Paulsen sowie Karl Schöppl vor dem Altar.

Zu sehen sind die Arbeiten von Rother und Bauer bis zum 29. Juli täglich von 15 bis 19 Uhr, Josef Rother ist immer anwesend, Rainer Bauer nur vom 25. bis 27. Juli. Kontakttelefon: 0241/ 50 19 60

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