Von der Ritterburg zum Roboter: Mit diesen Steinen geht (fast) alles

Von: Rolf Hohl
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Regionalausscheidung „Lego-League“: In der Aula des Inda-Gymnasiums zeigten die Schülerinnen und Schüler, wie aus Spiel Programmieren werden kann. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Zeiten, als man Lego-Steine nur zu Ritterburgen und Piratenschiffen zusammenstecken konnte, sind schon seit einer Weile vorbei. Inzwischen kann man aus den bunten Steinen funktionstüchtige Roboter bauen, die dann mehr oder weniger eigenständig agieren.

Sogar in den Schulalltag haben sie damit Einzug gehalten, und mit der „First-Lego-League“ gibt es auch einen eigenen Wettbewerb, bei dem sich die Nachwuchsingenieure mit ihren Erfindungen messen können. Jetzt fanden am Inda-Gymnasium die regionalen Vorausscheidungsrunden statt.

Auf den ersten Blick sah es etwas unbeholfen aus, was die Roboter auf dem dreieinhalb Quadratmeter großen Spielfeld veranstalteten. Sie drehten sich im Kreis, fuhren gegen die Wand – oder blieben einfach stehen. Die meisten aber begannen nach kurzer Zeit, sich selbstständig an Markierungen auf dem Boden oder den Wänden zu orientieren und tasteten sich in Richtung eines Stücks „Futter“ voran, das sie aufheben und am richtigen Ort platzieren sollten. 22 Teams aus Schülern im Alter zwischen neun und 16 Jahren waren aus der ganzen Region zusammengekommen, um sich dieser Aufgabe zu stellen.

Damit die Roboter auch ansatzweise das tun, was die Jury von ihnen erwartet, begannen die Teams unter Aufsicht eines eigenen Coachs schon vor knapp einem halben Jahr mit den Vorbereitungen zu dem Projekt. Einer davon ist Daniel Marburger, der für die Teams des Inda-Gymnasiums verantwortlich ist. „Die Grundlagen des Programmierens lernen die Schüler in wöchentlichen Kursen, aber das reicht für den Wettbewerb längst nicht aus. Den größten Teil erarbeiten sie sich dann in Eigenregie“, erklärte er.

Mit dem Bau und dem Programmieren eines Roboters ist es aber nicht getan. Zusätzlich werden bei der „First-Lego-League“ auch Teamarbeit, das Design und die Forschung dahinter bewertet. In diesem Jahr ging es dabei um das Thema „Nature Alliance“ – also darum, was man sich von der Natur abgucken kann, aber eben auch, wo es noch an Verständnis mangelt.

„Wir legen an unserer Schule schon seit langer Zeit einen starken Fokus auf die Mint-Fächer und auch auf internationale Beteiligung“, so Klaus Buschhüter, Studiendirektor für Naturwissenschaft am Inda-Gymnasium. Beim diesjährigen Wettbewerb seien daher auch zwei Teams aus Ungarn mit dabei, mit denen es zuvor einen regen Austausch gegeben habe. „Diese Zusammenarbeit und etwa die Kommunikation auf Englisch ist so auch eine gute Vorbereitung auf die berufliche Wirklichkeit“, sagte Buschhüter.

Das Interesse an der vermeintlich trockenen Materie des Programmierens, berichtete Coach Marburger, sei nach einiger Zeit bei fast allen Schülern in den Teams geweckt worden – die im Übrigen zu großen Teilen auch aus Mädchen bestanden. Neben dem spielerischen Spaß, der dabei offensichtlich nicht zu kurz kam, ist diese Erfahrung ein nützlicher Nebeneffekt des Wettbewerbs. Wenn, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich forderte, Programmieren dereinst ein Schulfach werden soll, dann haben diese Schüler schon einmal einen beachtlichen Vorteil.

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