Von den „Rennpferden des kleinen Mannes“ zum Fußballsport

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Verfolgt auch die Endspiele am Samstag: Ehrenvorsitzender Peter Kuckelkorn. Foto: Kurt Bauer

Richterich. Bekanntlich hat jedes Ding zwei Seiten. Diese These trifft korrekt, was seine Hobbys angehen, voll auf Peter Kuckelkorn zu. Lange Jahre waren es die „Rennpferde des kleinen Mannes“, die Tauben (dr Öcher sätt Duvve), die ihn förmlich in seinen Bann zogen und mächtig auf Trab hielten.

Dann folgte eine Wende: „Ich wurde auf einmal Vorsitzender der Rhenania aus Richterich“, erzählt er – und noch manches andere mehr.

Vorsitz bei den Züchtern

Peter Kuckelkorn war in Züchterkreisen der Reisevereinigung Aachen und darüber hinaus „ne erfolgsverwöhnte Duvvejeck“, lacht der Mann, der im Oktober 90 Jahre alt wird, aber längst kein bisschen leise ist. Der Taubenschlag, seine Tauben, sein Verein, sein Leben. Er war Vorsitzender bei den Richtericher Taubenzüchtern und im Kreisrat Aachen-Monschau. Das wäre er sicher noch lange Jahre geblieben, wenn da nicht seine Frau „Mize“ ihre Finger im Spiel gehabt hätte.

Sie nämlich war „fußballbesessen“, hatte ein Faible für die Jagd hinter dem runden Leder. „Ich sollte eines Tages mal ins Vereinslokal von Rhenania kommen, man wolle mich sprechen.“ Und nach diesem Treffen fand er keine Ruhe mehr, laufend standen Leute in seinem Haus, die Peter Kuckelkorn „regelrecht abwerben“ wollten und um Zustimmung baten.

Am Ende ließ er sich seiner Frau zuliebe breitschlagen. „Ich war dann plötzlich Vorsitzender der Rhenania“, sagt er. Und das von 1975 bis 1997, ganze 22 Jahre lang. Heute ist der „rüstige Peter“ dort Ehrenvorsitzender. Seine Frau habe ihn immer gut unterstützt und den Rücken gestärkt. „Fußball habe ich nie gespielt, bin keinem einzigen Ball nachgelaufen.“ Den Tauben aber hat er stundenlang zugeschaut und sie gepflegt. „Das habe ich von meinem Opa mitbekommen“, meint er stolz.

Und stolz ist er natürlich auf Richterichs Rhenania, die in seiner Vorstandsära wahrlich „bessere Zeiten“ erleben durfte. 1979, Meister der Verbandsliga, dann ein Entscheidungsspiel zum Aufstieg in die Amateur-Oberliga, auswärts, in Troisdorf, mit einem 3:2-Sieg am Ende. „Unser Bus sprang nicht mehr an, der musste aus einer Senke herausgezogen werden“, erinnert er sich noch gut. In Richterich warteten derweil die Fans auf ihre Rhenania. „Das waren tolle Zeiten“, schwärmt Peter Kuckelkorn heute noch.

Ein wenig besser war‘s früher

War früher alles schöner, besser? „Ja, ein wenig schon. Die Kameradschaft kam mehr zur Geltung. Man war einfach näher am Ort, am Menschen“, sagt Peter Kuckelkorn. Natürlich funktioniere auch heute noch manches, aber halt ein wenig anders.

So lobt er seine Rhenania als Ausrichter der Stadtmeisterschaft, die habe eine gute Organisation hingelegt. „Schade, dass wir am Samstag nicht mehr dabei sind“, bedauert er das Ausscheiden. Aber: „Wer hat in den Vorrunden schon zweimal Losglück?“ In der Tat: Da wurde die „Rhenania“ zur „Fortuna.“ Aber alles sei ehrlich zugegangen, beteuert er glaubwürdig. Bei den Endspielen ist er am Samstag in der Grünenthaler Straße wieder dabei. Richterichs Ehrenvorsitzender Peter Kuckelkorn.

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