Aachen - Von Artefakten und Naturwundern

Von Artefakten und Naturwundern

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Stellten die neuen Publikation
Stellten die neuen Publikationen vor: Horst Hambuecken, Peter van den Brink, Dr. Heinrich Becker, Hans-Josef Thouet, Michael Rief und Dr. Dagmar Preising (von Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Was ist eigentlich ein Leuchterweibchen? Antwort auf diese und viele andere Fragen gibt der „Katalog Artefakt und Naturwunder - Das Leuchterweibchen der Sammlung Ludwig”.

Er ist eine von vier neuen wissenschaftlichen Publikationen des Suermondt-Ludwig-Museums, die jetzt in der Bibliothek des Hauses vorgestellt wurden.

Von der Zahl waren die Macher selbst ziemlich erstaunt. Doch Museumsdirektor Peter van den Brink stellte klar: „Die Forschung an den eigenen Stücken ist wichtiger Bestandteil von Museumsarbeit: Wir können selbst davon lernen und es vertieft die Kenntnis über die eigene Sammlung. Deshalb sollen sich unsere Mitarbeiter auch für die wissenschaftliche Arbeit Zeit nehmen.”

Aufwändige Aufmachungen

So sind vier neue Bücher entstanden, die nicht nur einen hohen wissenschaftlich-kunsthistorischen, sondern durch reiche Illustrationen und aufwändige Aufmachungen auch einen bibliophilen Wert haben.

Besonders freuten sich die Museums-Verantwortlichen über die Fertigstellung des Bands 64 der Aachener Kunstblätter. Herausgegeben wurde er nach fünfjähriger Pause wie seit 1906 vom Museumsverein.

„Wir haben unsere knapp 1300 Mitglieder gefragt, wer Interesse an dem Band hat. Erfreuliche 550 Rückmeldungen kamen. So ist die Entscheidung gefallen, die Auflage von 2000 auf 1000 Stück zu halbieren”, erläuterte Hans-Josef Thouet, Vorsitzender des Museumsvereins, wie die kostspielige Veröffentlichung finanziert werden konnte. In Zukunft sollen die Aachener Kunstblätter im Zwei-Jahres-Rhythmus erscheinen.

Der Band 64 - passender Weise mit den „küssenden Kindern” der Joos-van-Cleve-Ausstellung auf dem Titel dekoriert - behandelt als Schwerpunkte die spätmittelalterliche Skulptur, die Sammlung von Kölner Ofenkacheln, die erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet wurde, und den Künstler Max Klinger.

In den Mitteilungen wird außerdem über Neuerwerbungen und Restaurierungsprojekte, Ausstellungen und Neukonzeptionen, Vorträge und Exkursionen informiert.

Für den Bestandskatalog Historische Bestecke holte sich Kustos Michael Rief Unterstützung bei dem Besteckexperten Jochen Amme. Die 550 Stücke umfassende Sammlung von Essgeräten des Suermondt-Ludwig-Museums ist nun erstmals vollständig aufgelistet und wissenschaftlich beleuchtet.

Eine gute Vorbereitung für die Präsentation der Kostbarkeiten, die im Moment überwiegend im Depot schlummern. Das wird sich Anfang 2012 ändern: „Wir haben nach Solingen die zweitgrößte Bestecksammlung. Das ist ein reicher Schatz, den wir wieder zeigen wollen”, erklärte Rief.

folgt

Etwas Besonderes ist auch das Leuchterweibchen, das Irene Ludwig gerade dem Haus vermacht hat. Es gehört zu den kuriosen Geweihleuchtern, die für den Katalog Artefakt und Naturwunder erstmals umfassend untersucht wurden.

Geweihleuchter, geschmückt mit Wappen tragenden Holzfiguren, waren vom 14. Jahrhundert bis zum Barock im privaten wie im öffentlichen Raum sehr beliebt. „Es ist das erste Werksverzeichnis von Geweihleuchtern weltweit”, ordnete Dagmar Preising, Leiterin des Couven-Museums, den Stellenwert des Buches ein.

Die vierte Neuerscheinung ist fast ein kunsthistorischer Krimi: „Schattengalerie - Symposium zur Beutekunst” versammelt nicht nur eine Reihe von Beiträgen zu Verlusten deutscher Museen im und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Anhang sind über 70 verloren geglaubte Bilder zu sehen, die während der gleichnamigen Ausstellung und des begleitenden Symposiums in Aachen unerwartet im ukrainischen Simferopol aufgetaucht sind. „So kann man jetzt auch einen Eindruck der Farbigkeit der Kunstwerke bekommen”, sagte Kunsthistoriker Heinrich Becker.

Wissenschaftliches im Museumsshop

Die vier Neuerscheinungen des Suermondt-Ludwig-Museums sind im Museumsshop des Hauses an der Wilhelmstraße zu bekommen: Historische Bestecke für 29,90 Euro, Schattengalerie für 7,50 Euro, Leuchterweibchen für 29,80 Euro. Der Band 64 der Aachener Kunstblätter geht zunächst an die Mitglieder des Museumsvereins, Reste der Auflage sind später ebenfalls im Museumsshop erhältlich.
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