Aachen - Vom stahlharten Gewitter bis zu zärtlichen Flötentönen

Vom stahlharten Gewitter bis zu zärtlichen Flötentönen

Von: Pedro Obiera
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"Solo trifft auf Elektonik, Ensemble auf Improvisation, Laptop auf Gong": Musik mit klassischen Instrumenten und von Könnern am Computer sorgte für spannende Hörerlebnisse in der Klangbrücke. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine feine Idee des Arbeitskreises „Neue Musik in NRW“ vom Landesmusikrat, einen bunt gemischten Strauß zeitgenössischer Musik mit zehn Musikern aus zehn Städten in zehn Städten des Landes zu präsentieren.

Die Aachener Klangbrücke bildete die vorletzte Etappe auf der abenteuerlichen Reise unter dem Titel „Stationen II“ ins Land der neuen Klänge. Bei den acht ausgewählten Stücken wurde respektvoll auf eine gleiche Beteiligung von etablierten „Klassikern“ wie Violeta Dinescu, George Crumb, Karlheinz Stockhausen oder Luciano Berio und von weniger bekannten Newcomern geachtet, die sich gegenüber den prominenten Meistern durchaus behaupten konnten.

Das Spannungsverhältnis zwischen auskomponierten Teilen und improvisatorischen Freiräumen bestimmte nahezu jedes Stück, wenn auch in unterschiedlichen Dosierungen.

Fulminant ging es mit Violeta Dinescus „Flammentropfen“ für 10-köpfiges Ensemble zu, die die vortrefflichen Musiker zu einem klanglich raffinierten, nervös vibrierenden Klanggewitter steigerten. Am Nachmittag improvisierte die Komponistin noch mit einer Schülergruppe der Gesamtschule Brand, die das Konzert interessiert, wenn auch bisweilen irritiert verfolgte.

Auf den Kontrast zwischen einem stahlharten klanglichen Rahmen und geradezu zärtlich verspielten Blockflötenimprovisationen, ausgeführt von Gudula Rosa, legt dagegen Peter Gahn in „Mapo-daero I-III“ den Schwerpunkt. Spanisches, ironisch gefärbtes Kolorit versprüht Altmeister George Crumb in den Kinderliedern Llorcas, gesungen von Irene Kurka.

Die rüdesten Attacken liefert Rainer Bürck in „Stringendo“ für Violine und Computer. Die live kaum zu hörenden Geigentöne Günter Marx‘ wurden digital geradezu zerhackt. Als Kompositionsauftrag des Arbeitskreises stand mit Jörg-Peter Mittmanns „Diskurs für 10 Musiker“ ein erheblich braveres Werk auf dem Programm, das seinem Titel alle Ehre machte. Die recht frei waltenden Musiker gehen aufeinander ein und steigern sich zu einem beeindruckenden Höhepunkt.

Ein kurzweiliger Abend mit neuer Musik auf der Höhe ihrer Zeit, interpretiert von Könnern ihrer Zunft.

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