Aachen - Vom „Second-Hand-Viertel” zum Nordlicht

Vom „Second-Hand-Viertel” zum Nordlicht

Von: Mischa Wyboris
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Aachen. Zehn Jahre ist sie gelaufen, rund zwölf Millionen Euro hat sie gekostet - das sind die nackten Zahlen nach der Umstrukturierung des Ostviertels, die mit dem Haus der Identität und Integration auf dem Rheinnadel-Gelände zum Abschluss noch mal einen Höhepunkt erlebt.

Wenn es nach SPD und Grünen geht, soll bald auch der kaiserstädtische Norden von einer baulichen, kulturellen und sozialen Frischzellenkur profitieren - wenn im ersten Schritt der Hauptausschuss am 25. März das rot-grüne „integrierte Handlungskonzept Aachen-Nord” durchwinkt.

„Wir haben an verschiedenen Stellen hohen Handlungsbedarf”, sagt Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, über den „diffusen, räumlich nicht so klar zu fassenden Bereich” (siehe Zusatzinfo). Das Rehmviertel etwa sei von Wohnungsleerstand und hoher Jugendarbeitslosigkeit gekennzeichnet, sagt Grünen-Sprecher Michael Rau und fügt an: „Dem Gebiet rund um die Jülicher Straße fehlt jegliche Identität.”

Dabei sei das schlechte Image, das dem Aachener Norden teils anhafte, gar nicht gerechtfertigt: Je nach Lage gebe es zum Beispiel ansprechende Grünflächen (östliches Rehmviertel und die „grüne Insel” Kalkofen), attraktive Wohnbebauung (etwa rund um den Ungarnplatz) und Arbeitsplätze (am nördlichen Gewerbering sowie zwischen Altem Schlachthof und Nordbahnhof), heißt es in dem rot-grünen Entwurf.

Durch entsprechende „Nordlichter” - Sozialprojekte, erweitertes Kulturangebot und Investitionen in den Wohnungsbau - wollen SPD und Grüne den Aachener Norden ähnlich wie bei der Ostviertelerneuerung aufwerten. Allerdings nicht mit einer Flut von Initiativen, wie es mit den rund 300 im Ostviertel passiert ist, betont die grüne Bürgermeisterin und OB-Kandidatin Hilde Scheidt: „Lieber zwei, drei gute große Projekte als 20 kleine.”

Aus den Fehlern, die bei der Umstrukturierung des Ostviertels gemacht worden seien, habe man gelernt, versichert Karl Schultheis, OB-Kandidat der Sozialdemokraten: „Wir müssen noch stärker Angebote schaffen, die die Menschen näher zusammenbringen - bauliche Verbesserungen sind nur die eine Seite der Medaille.” Auch Rau zeigt sich durch die Erfahrungen beim Ostviertel „geläutert, dass man viel früher anfangen muss, zentrale Institutionen zu schaffen, die das Projekt nach dem Ende der Förderung fortführen”. Rau erwartet außerdem „von der Gewoge, dass sie sich anders engagiert” als seinerzeit im Ostviertel. Auch von den Betrieben erhofft er sich ein größeres Engagement.

Wir das Projekt beschlossen, könnten schon 2010 nach bekanntem Vorbild Stadtteilbüro, Lenkungsgruppe und Bürgergremium eingerichtet werden - und mehrere Millionen Euro an Bundes- und EU-Mitteln für bauliche und soziale Projekte fließen.
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