Aachen - Vom Online-Handel zurück ins Ladenlokal

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Vom Online-Handel zurück ins Ladenlokal

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Diskutierten bei der IHK die Chancen des Handels: (v.l.) Manfred Piana (Einzelhandelsverband), Monika Frohn (IHK), Christoph Gier (Qplus), Katja Mankiewicz und Simone Thelen (Mayersche), Jörg Albrecht (Albrecht Medien) sowie Wirtschaftsförderer Herbert Kuck. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. In der Kaiserstadt brummt der Laden – sollte man meinen, wenn man am Samstagvormittag in der Innenstadt unterwegs ist. Doch auch Aachens Einzelhandel kämpft darum, dass am Ende die Kasse stimmt. Der Online-Handel ist vor allem bei Bekleidung und Büchern eine starke Konkurrenz und auch die lokale Infrastruktur stellt ein Problem dar. Leerstehende Ladenlokale, schlechte Parkplatzsituation, Lärm und Schmutz durch Baustellen sorgen dafür, dass die Innenstadt stellenweise immer weniger Kunden lockt.

Die Großkölnstraße ist so ein Sorgenkind, aber auch der Holz- und Dahmengraben, in den 70er Jahren noch eine von Aachens Top-Einkaufsadressen, gehören wieder zu den Sorgenkindern.

„Buy local“ in der Innenstadt

Auch in anderen Innenstädten kämpfen Einzelhändler um ihre Kunden und gegen die Verödung der Einkaufsstraßen. Daraus ist die Initiative „Buy local“ hervorgegangen, in der sich Einzelhändler vor Ort zu Aktionsbündnissen zusammenschließen, um die Einkaufspassagen wieder zu beleben. Wie das in Aachen aussehen könnte, diskutierten Einzelhändler auf Einladung der Industrie- und Handelskammer und des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbands Aachen-Düren-Köln am Montagabend.

Die Situation des Aachener Einzelhandels fasste Herbert Kuck vom Fachbereich Wirtschaftsförderung der Stadt zusammen. Er ist ein bekennender Fan der Stadt und sicher, dass Aachen die Probleme in den Griff bekommt. Einkaufen gehöre nach wie vor zu den Lieblingsbeschäftigungen der Bürger.

Stichwort Serviceorientierung

Und dabei spiele auch der stationäre Einzelhandel eine wichtige Rolle. „Anschauen, anfassen und anprobieren werden für den Kunden immer wichtig bleiben“, so Kuck. Wichtig sei es, das Einkaufen für den Kunden wieder zu einem Erlebnis zu machen, durch erhöhte Aufenthaltsqualität und höhere Serviceorientierung. Sorge bereite seit knapp zwei Jahren wieder die Entwicklung der Leerstände.

Umso wichtiger sei es daher, dass die Einzelhändler an einem Strang zögen und nicht jeder für sich eben „einzeln handele“. Doch wie können sich Einzelhändler gegen die wachsende Konkurrenz aus dem Internet wehren, was können sie vielleicht von der Konkurrenz lernen, und was tut sich bereits vor Ort? Das waren die zentralen Fragen der gut besuchten Veranstaltung, die AZ-Redakteur Robert Esser moderierte.

Simone Thelen und Katja Mankiewicz von der Mayerschen Buchhandlung stellten ihre Kampagne „Meine Stadt soll leben“ vor, die seit einigen Wochen bereits erste sichtbare Zeichen in Form von Plakaten in einigen Geschäften setzt. Hinter der Kampagne steht die Idee von der Stadt als sozialem Netzwerk. Ob die Innenstadt lebt, entscheidet der Kunde mit, indem er vor Ort einkauft oder nicht. Thelen und Mankiewicz schwebt ein lokales Aktionsbündnis der Einzelhändler vor, das durch gemeinsame Aktionen die Kundenbindung erhöhen soll.

Vor allem suchen die beiden weitere Mitstreiter für ihr Vorhaben. „Einen langen Atem“ würden sie dazu brauchen, so Tim Schüler von der Straßengemeinschaft Holz- und Dahmengraben, der nur zu gut aus eigener Erfahrung spricht . Ein nahezu unschlagbarer Vorteil des Online-Handels ist das bequeme Einkaufen und vor allem der Retour-Service bei Nichtgefallen.

Das stellte Jörg Albrecht in seinem Vortrag heraus. Dennoch, so ist er überzeugt, kann der Einzelhandel dem etwas entgegensetzen – einen lokalen Lieferdienst per Fahrradkurier beispielsweise, der bei Bedarf schneller und flexibler wäre als Amazon und Co. Sein Unternehmen Citylogistics Aachen bietet genau so ein Angebot an. Diese Idee stieß bei den anwesenden Geschäftsleuten auf spontane Zustimmung.

Einen Schritt weiter als „Meine Stadt soll leben“ ist die Initiative „Qplus – die Qualitätsallianz“, die seit acht Jahren in Aachen aktiv ist. Darin sind 15 Einzelhändler und Dienstleister zusammengeschlossen, die der „Geiz-ist-geil“-Mentalität etwas entgegensetzen und Kundenbindung durch ein qualitativ hochwertiges Einkaufserlebnis intensivieren möchten.

Viel diskutiert wurde indes Aachens Infrastruktur. Dringend notwendig sei die Sanierung des Büchels, dort sehe es noch aus wie vor 30 Jahren, hieß es. Auch die Parkplatznot wurde bemängelt. Ein Einwand, den Hans-Dieter Collinet vom Verein Aachen-Fenster nicht nachvollziehen konnte: Kein Ort in der Innenstadt sei mehr als 300 Meter von einem Parkhaus entfernt.

Es sei vor allem das schlechte Image Aachens als Einkaufsstadt, das den Einzelhändlern Probleme bereite. „Wir haben unseren Ruf weg“, so ein Geschäftsmann. Um dies zu ändern, will man nun an die neuen Einzelhandels-Initiativen anknüpfen.

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