Vom Fastelovvend direkt in die Fastenzeit

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Komplett ausgefüllt mit närrischen Gläubigen: Im Dom nahmen die Menschen Abschied vom Fastelovvend und begannen die Fastenzeit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sieben Wochen lang stand eine repräsentative Kerze des Festausschusses Aachener Karneval im Altarbereich des Domes, symbolisierte das Verbindende zwischen Fastelovvend und Fastenzeit. Am Aschermittwoch wurde sie jetzt ausgeblasen, eine Aufgabe, die dem Karnevalsprinzen 2014 Bernd I. Marx vorbehalten blieb.

 So geschehen bei der elften Eucharistiefeier in Öcher Platt, in Verbindung mit der Austeilung des Aschenkreuzes im Dom. Konzelebranten waren dabei Dompropst Msgr. Helmut Poqué und Pater Georg Mießen OSB. Und da für Karnevalisten Schmunzeln und Beifall auch in einem Gotteshaus erlaubt sind, konnte durchaus von einem „Öcher Dreigestirn“ gesprochen, da Diakon Manfred Oslender als Dritter im Bunde wieder die Predigt in os Modderesproech hielt.

Sein Fazit dabei: „Wat vür hej zesaameschrabbe en so et och noch esue vööl siie, dat verjeät. Wat vür övver en os Leäve op osen Herrjott opbaue, dat bliivt. Nemmt Üch Zitt vör et Leäve, för de Freud ongeräe.“

Alle Plätze waren im Oktogon und im Umgang des Sechzehnecks besetzt. Für die Aachener Karnevalisten ist es längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die fünfte Jahreszeit in die christliche Tradition einzubinden. So auch durch einen ökumenischen Eröffnungsgottesdienst.

„D’r 15. Januar des Johr hant de Jonge än de Mäddcher va Oche öm d’r Wilm Lürken zum dritten Moel de Fastelovvendszitt bejonne met ene Joddesdengs för os Christemensche: katholisch ov evangelisch - ejal. Än dat woer jot esue“, erklärte Pater Georg einleitend. „Vür krijje os en Keäz, ömdatt die sich för Let än Wärmde ze jevve, verzeährt. Än e deä Tönk es se perfeck e Zeäche för dat, wat ose Heär för os jedooeh hat: för et Henjeffe än Offere“.

Als Lektoren wirkten Wilm Lürken, Ägid Lennartz und Bernd I. Marx mit und schlossen die erst kürzlich verstorbenen Karnevalisten Heini Mercks, Rolf Braun und Christophe Thouet in die Gebete mit ein. Dank vorbereiteter Faltblätter mit den Texten der Lieder und Gebete in Öcher Platt war der Aachener Dom erfüllt von besonderer Innigkeit, wie sie nun einmal os Moddesproech auszeichnet.

Das filigrane Orgelspiel von Domorganist Professor Michael Hoppe schuf während der Austeilung des Aschenkreuzes eine Zeit der Besinnung.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier wurde auf dem Münsterplatz eine neue Tradition aus der Taufe gehoben. Unter nachtschwarzem Himmel wiesen 60 Fackelträger den Weg zum Marienbrunnen, vor dem die Musikzüge des Burtscheider Trommler- und Pfeiferkorps sowie des Instrumentalvereins Eilendorf Aufstellung nahmen und unter dem Kommando von Korpsführer Dietmar Derichs den Großen Zapfenstreich spielten.

Damit sollte insbesondere des verstorbenen Börjerwehr-Kommandanten Willi Schillings gedacht werden, der anlässlich einer BDK-Tagung auf dem Katschhof erstmals dieses Zeremoniell initiiert hatte. Zur Nationalhymne wurden Schellenbaum und Stadtfahne feierlich gesenkt und in das anschließende Öcher-Jonge-Lied stimmten dann alle kräftig ein.

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