Volltreffer: Tivoli kann Kita werden

Von: Thorsten Karbach
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Tivoli Kita
Volltreffer: Der Tivoli kann eine Kita werden. Das Landesjugendamt hält das Stadion für geeignet. Foto: dpa

Aachen. Haben Aachens Sozialdemokraten mit dieser Idee fürs leere Fußballstadion einen Volltreffer gelandet? Der Antrag, den Tivoli als neue Kindertagesstätte ins Auge zu fassen, mag anfangs belächelt worden sein, nun zeichnet sich ab: Sowohl die städtischen Experten aus dem Fachbereich Kinder, Jugend, Schule als auch die Vertreter des städtischen Gebäudemanagements wie auch die des zuständigen Landesjugendamtes halten den Tivoli als Kita für genehmigungsfähig.

Wird nun also Kindern, speziell solchen unter drei Jahren Tür und Tor im Fußballstadion geöffnet?

Nächste Woche Dienstag, 17. September, wird der Kinder- und Jugendausschuss der Stadt Aachen (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben müssen – dafür müssten 3000 Euro investiert werden. Tatsache ist, dass die Stadt weiterhin jeden U3-Platz braucht. Am 1. August ist diesbezüglich der Rechtsanspruch in Kraft getreten. Ende der Woche will die Kommune, so Sprecher Björn Gürtler, erklären, wie viele Kinder noch nicht vermittelt werden konnten. „Wir ziehen gerade Bilanz“, sagt Gürtler.

Anfang der Ferien waren es 330 Eltern, die die Stadt telefonisch kontaktieren wollte, weil diese noch nicht vermittelt worden waren – wobei zunächst zu klären galt, ob überhaupt Bedarf besteht. 180 dieser Familien konnten telefonisch nicht erreicht werden und wurden angeschrieben. „Wir kümmern uns“, betont Gürtler.

Landesjugendamt und Stadt Aachen halten es für möglich, zwei bis drei neue U3-Gruppen im Fußballstadion einzurichten. Das würde 20 bis 30 weitere Plätze bedeuten. In Frage kommen dafür Büroräume im Erdgeschoss mit Zugang zu den bereits vorhandenen Sanitärbereichen und einer 300 bis 500 Quadratmeter großen Außenfläche (nicht das Fußball-Spielfeld). Umfangreiche Umbaumaßnahmen wären an dieser Stelle somit nicht notwendig.

So ein Kindergarten in einem Fußballstadion wäre schon etwas Besonderes. Bislang ist nur ein Fall bekannt: Im umgebauten Millerntor-Stadion des FC St. Pauli wurde der Kindergarten „Piratennest“ zum Leben erweckt. Anderswo gibt es aber schon Hotels (in Leverkusen) oder sogar Seniorenheime (im Basler St.-Jakob-Park) in Stadien. Warum also keine Kita im Tivoli?

Der Bedarf vor Ort – im Sozialraum 1 (Innenstadt) ist unbestritten. In der Vorlage für die Politiker heißt es: „Die Versorgungsquote für U3-Plätze beträgt aktuell 37,5 Prozent. Ausgehend davon, dass mit einem weitaus höheren Bedarf kalkuliert wird, besteht die Notwendigkeit, weitere Plätze in diesem Sozialraum zu schaffen.“ Und 30 Plätze würde die Versorgungsquote auf 39,8 Prozent steigern. Hinzu käme eine neue Kita, die auf dem Gelände Alter Tivoli eröffnet wird.

Geklärt werden muss aber noch Eines: Wie lässt sich eine Kita mit anderen Nutzungen des Stadions vereinbaren? Klar, Spiele sind in der Regel an den Wochenenden oder abends, aber bei möglichen Großveranstaltungen werktags müsse die Erreichbarkeit für die Eltern und die Sicherheit der Kinder garantiert sein. Deswegen solle auch ein Gesamtkonzept der Stadionnutzung – aktuell wird auch über den Verkauf der Arena diskutiert – bei den weiteren Planungen beachtet werden. Damit der mögliche Volltreffer für die Kinder nicht doch noch zum Eigentor wird.

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