Vollservice für die Mülltonnen bald auch in den Stadtbezirken?

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Den Stein ins Rollen brachten die Anwohner der Straße „An der Höhe” in Walheim. In die enge Straße hinein rollte nämlich nicht mehr die Müllabfuhr. Dass deswegen, weil der Müllwagen rückwärts wieder aus der Straße fahren musste - ein bisweilen gefährliches Unterfangen.

2006 war ein Aachener Müllwerker genau in einer solchen Situation ums Leben gekommen. Und so mussten die Anwohner rollen - und zwar ihre Mülltonnen bis zur nächsten Straßenecke. Das hat zwischenzeitlich dazu geführt, dass es aus dem politischen Raum - speziell aus der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim - einen Vorstoß gegeben hat. Nach dem Modell der Innenstadt soll in den Bezirken auch der Vollservice eingeführt werden. Will sagen: Die Mitarbeiter des Stadtbetriebs holen die Tonnen aus den Häusern und bringen sie auch wieder zurück. Eine entsprechende Satzungsänderung steht nun Anfang Oktober im Betriebsausschuss für den Stadtbetrieb an.

Denn Chef Franz Narloch bekundet allerdings, dieses durchaus heikle Thema „mit sehr gemischten Gefühlen” zu sehen. Um nicht zu sagen: Er hält eine solche Satzungsänderung für sehr schwierig und möglicherweise auch teuer. Gelten wird sie nämlich nicht nur für eine Straße in einem Bezirk, sondern für alle Straßen in allen Stadtbezirken. Außer in diesem einen Fall habe es allerdings bislang nie Probleme gegeben - und betroffene weil enge Straßen gebe es einige. „Da wird etwas hochstilisiert”, sagt Narloch. Weil aber ältere Menschen - von denen es im Zeichen des demographischen Wandels immer mehr gibt - eben arge Probleme haben, Mülltonnen durch die halbe Straße zu karren, liegt nun besagte Satzung vor. Sie stellt gleichwohl einen Kompromissvorschlag dar: Vollservice ja, aber nur ab einer Tonnengröße von 120 Litern. So, wie es in der Innenstadt auch ist.

Nur: Gerade in den Stadtbezirken sind die kleinen 60-Liter-Tonnen weit verbreitet - und das auch noch oft mit nur einer Leerung pro Monat. Den Vollservice für alle diese Tonnen anzubieten, hält der Chef des Stadtbetriebs für ausgeschlossen: „Dann würden die Müllgebühren in ganz Aachen drastisch erhöhen”, erklärt er. Denn es kämen erhebliche Mehrkosten beim Personal auf den Stadtbetrieb zu, und es müssten neue Fahrzeuge angeschafft werden. Wer also den Vollservice im Bezirk haben will, muss also unter Umständen - so er nicht schon eine 120-Liter-Tonne hat - selber tiefer in die Tasche greifen.

Diskutieren muss nun die Politik, wobei zwischen den Varianten „Alles bleibt beim Alten”, „Vollservice für alle Tonnen” und „Vollservice ja, aber nur ab 120 Liter” derzeit noch alles offen scheint.

Gebühren werden auch 2012 nicht erhöht

Erfreuliche Kunde von der Gebührenfront: Für die Müllabfuhr muss 2012 nicht mehr bezahlt werden. Seit Jahren hat der Stadtbetrieb die Gebühren stabil halten können. Zwar gibt es ein Minus von rund 650.000 Euro, doch das kann aus der Rücklage ausgeglichen werden.

Auch die Friedhofsgebühren werden sich nicht erhöhen. Das hat den Stadtbetrieb selber überrascht, wie dessen Leiter Franz Narloch bekundet.

Bei den Straßenreinigungsgebühren geht es sogar leicht abwärts. Und das, obwohl im Winterdienst zwei arbeitsaufwändige Winter zu verzeichnen waren.

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