Volles Haus zum Ende der Ära Franzen

Von: Julia Gröbbels
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Tolles Abschiedsgeschenk für Brigitte Franzen: Zur letzten Eröffnung einer Ausstellung unter ihrer Verantwortung – „Le Souffleur – Schürmann trifft Ludwig“ – im Ludwig Forum strömten am Sonntag enorm viele Besucher zur Jülicher Straße. Die LuFo-Direktorin wechselt in Kürze zur Peter und Irene Ludwig Stiftung. Foto: Andreas Herrmann
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Beinahe ein Ohr angeknabbert: Kunstsammler Wilhelm Schürmann geht (fast) auf Tuchfühlung mit dem Kamel von Nancy Graves. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein schöneres Abschiedsgeschenk hätten die Besucher der scheidenden Museumsdirektorin Brigitte Franzen nicht machen können. In so großer Zahl waren sie zur Vernissage der letzten von ihr verantworteten Ausstellung „Le Souffleur – Schürmann trifft Ludwig“ am Sonntag im Ludwig Forum erschienen.

„Mir zittern ein wenig die Knie, aber ich freue mich sehr, dass so viele Menschen gekommen sind, um sich die Ausstellung anzusehen“, sagte Franzen.

Sie hatte sich bewusst gegen eine „Abschiedsrede“ entschieden und bedankte sich stattdessen namentlich bei all jenen, die diese für sie so besondere Ausstellung möglich gemacht hatten, bevor sie nach der Verleihung des Kunstpreises Ende Mai 2015 als geschäftsführender Vorstand in die Peter und Irene Ludwig Stiftung wechseln wird.

Die Ludwigs haben Zeit ihres Lebens eine unvergleichliche Sammlung moderner Kunst zusammengetragen. Wilhelm und Gaby Schürmann begegneten Werken dieser Sammlung schon Ende der 1960er Jahre als junge Studenten in Aachen. Heute gelten die Schürmanns selbst als bedeutende Sammler zeitgenössischer Kunst. Wilhelm Schürmann konfrontiert nun in der Ausstellung Werke seiner Sammlung mit Stücken aus der Sammlung Ludwig.

Entstanden ist „Le Souffleur“ – 15 Kunst-Räume, in denen sich rund 200 Werke beider Sammlungen subtil und auf Augenhöhe begegnen und sich dabei gegenseitig kommentieren. Die großen Ströme, denen Peter und Irene Ludwig folgten, werden von der Sammlung Schürmann durch den Bezug auf gegenwartsbezogene und kontextorientierte Positionen konterkariert. „Wir haben viele Überschneidungen sowohl bei den Künstlern als auch bei den Orten der Kunst oder bei dem Umgang mit Geschlechterrollen festgestellt“, so Franzen.

Und weiter: „Es ist spannend zu sehen, wie die Ludwigs als Kunsthistoriker die Welt der Kunst betrachten, während die Schürmanns sich als eingebettet in diese Welt begreifen.“ Gaby und Wilhelm Schürmann waren bei der Vernissage anwesend und freuten sich sehr über „das gegenseitige Vertrauen“ und den „Dialog auf Augenhöhe“ mit Brigitte Franzen und dem LuFo.

Auch die zahlreich erschienenen Besucher fanden lobende Worte. So kommentierte der aus Berlin angereiste Johannes Gramm: „Ich finde es unheimlich spannend, mir die schönen Arbeiten aus der Sammlung Schürmann anzusehen, die ohne jede Didaktik auskommen und Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lassen – die Mischung ist einfach gelungen.“ Oder Norbert Schönbrod: „Ich habe das Ludwig Forum schon häufig besucht und freue mich, dass es heute so voll ist. Auch wenn ich vieles bereits kenne, kann man doch immer wieder etwas Neues entdecken.“

Marlena Kapitza wollte sich auf der Vernissage zunächst einen „Überblick verschaffen“, bevor sie noch einmal wiederkommt, um die Ausstellung in aller Ruhe betrachten zu können – möglich ist das bis zum 31. Januar 2016.

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