Volkshochschulen: Neue Kooperation im Sinne der Bildung

Von: Rolf Hohl
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Die Leitungen der städteregionalen Volkshochschulen setzen auf Zusammenarbeit: Elfriede Lechthaler (Stolberg, v.l.), Jana Blaney (Nordkreis), Andreas Balsliemke (Eschweiler), Beate Blüggel (Aachen) und Marlies Breuer (Südkreis). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es wächst zusammen, was zusammen gehört: Zum ersten Mal stellten die fünf Volkshochschulen (VHS) der Städteregion gemeinsam ihre Programme für das zweite Semester 2017 vor.

Zuvor habe unter den Bildungsinstitutionen beinahe so etwas wie ein Konkurrenzverhältnis geherrscht, doch nun sei ein Generationenwechsel im Gang, wie Beate Blüggel sagte, Direktorin der VHS Aachen. Profitieren sollen am Ende vor allem die Bürger davon.

Natürlich gibt es trotzdem noch Unterschiede, die sich in erster Linie durch das Programm ergeben, welche jede VHS für sich aufstellt. Die VHS Nordkreis etwa werde sich im kommenden Halbjahr verstärkt mit dem Zerfall demokratischer Strukturen befassen, so deren Direktorin Jana Blaney. „Wir gehen der Frage nach, warum die Weimarer Republik so katastrophal gescheitert ist und werden das vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen diskutieren“, sagte sie. Mit einer Lesung im Gymnasium Baesweiler wird am 29. September um 19 Uhr der Journalist Niklas Frank den Anfang machen. Er ist der Sohn von Hans Frank, dem ehemaligen Generalgouverneur des besetzten Polen unter Hitler, der als „Schlächter von Polen“ bekannt wurde.

Die VHS Südkreis wird sich indes mit einem Schwerpunkt dem Thema Wissenschaft widmen. Unter anderem mit Professoren der RWTH werden etwa die Funktionen des Gehirns oder die Bedeutung der Eifel als lichtarme Region erläutert.

Und bei der VHS Stolberg liegt der Fokus auf der Eingliederung in die Gesellschaft: „Mit unseren Deutsch- und Integrationskursen knüpfen wir direkt an den Angeboten im interkulturellen Bereich an und führen diese fort“, erklärte Direktorin Elfriede Lechthaler. Im Selbstlernzentrum könnten Fremdsprachler zudem mittels Blended Learning an PC-Arbeitsplätzen auch eigenständig die Deutschkenntnisse bis auf ein mittleres Sprachniveau bringen.

In Eschweiler wird es in den kommenden sechs Monaten wiederum verstärkt um die Digitalisierung gehen. „Bisher war die EDV eher ein Bereich für Leute, die in Technikberufen arbeiten. Heute hat sie aber fast alle Lebensbereiche erfasst und wir wollen daher auch die problematischen Seiten thematisieren“, so der stellvertretende Direktor der VHS Eschweiler, Andreas Balsliemke. So werde es etwa Diskussionen und Vorträge zu Hass im Internet oder dem Einfluss der Digitalisierung auf die Politik geben.

Insgesamt wird es im neuen Semester in der ganzen Städteregion 2393 VHS-Veranstaltungen mit fast 55.000 Unterrichtsstunden geben. Dabei sollen die Schwerpunkte nur als Andeutungen für die thematische Vielfalt verstanden werden: Die viel nachgefragten Sprachkurse und Veranstaltungen zu Zeitgeschichte, Politik und gesellschaftlichen Belangen gibt es in allen VHS gleichermaßen. 2016 wurden mit diesen Programmen mehr als 45.000 Menschen erreicht, 557 Deutschtests und 863 Einbürgerungstests durchgeführt. Die detaillierten Kursangebote liegen in den jeweiligen VHS-Stellen aus und sind auch im Internet zu finden.

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