Aachen - Volksfest mit scharfen Sprüchen garniert

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Volksfest mit scharfen Sprüchen garniert

Von: Alexander Barth
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Kundgebung mit Posaunen und Trompeten: Eine Brass-Band begleitete die Demonstranten auf ihrem Weg vom DGB-Haus an der Dennewartstraße bis zum Marktplatz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Rund 500 Menschen sind am Sonntagvormittag in Aachen dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur traditionellen Demonstration zum 1. Mai gefolgt. Bei bestem Wetter setzte sich am internationalen Tag der Arbeit gegen 10 Uhr am DGB-Haus in der Dennewartstraße ein bunter Zug aus Gewerkschaftern, politischen Parteien und Initiativen, Sozialverbänden sowie zahlreichen Sympathisanten in Bewegung.

Er verlieh der diesjährigen zentralen Forderung nach Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro Nachdruck.

Musik und Reden auf dem Markt

Über Jülicher Straße, Heinrichsallee, Wilhelm- und Theaterstraße zogen die Demonstranten zum Marktplatz. Dort sprachen im Rahmen einer Abschlusskundgebung mit Volksfestcharakter der Aachener DGB-Vorsitzende Ralf Woelk sowie Ursula Engelen-Kefer, bis 2006 stellvertretende Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes.

Während eine Brass-Band den Zug musikalisch anführte, bevorzugte der Großteil der Teilnehmerschar die lautstarke Ansprache: In Sprechchören und auf Transparenten forderten die verschiedenen Gruppen neben der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro auch immer wieder einen 24-stündigen Generalstreik. Ebenso thematisiert wurden Anliegen wie soziale Gerechtigkeit, aber auch der Atomausstieg sowie Kritik am Libyen-Einsatz der Nato. Die Jugendorganisationen der Gewerkschaften sorgten gemeinsam mit einem eigens gemieteten „Bier-Bike” samt Musikanlage für gewissen Party-Charme. Allerdings ohne die sonst bei den feucht-fröhlichen Einsätzen des vielpedaligen Gefährts übliche alkoholische Ladung an Bord. Ihr Anliegen hatten sie zumindest auf großformatigen Transparenten kundgetan: die unbefristete Übernahme in feste Beschäftigungsverhältnisse. Dass das ansonsten vor allem bei Junggesellenabschieden angesagte Fahrzeug an den Pollern nahe dem Münsterplatz spontan umgeleitet werden musste, tat dem Fluss des Demonstrationszuges nur kurz Abbruch.

Flugblätter verteilt

Unterwegs wurden zahlreiche Flugblätter und Infomaterialien an Passanten und wartende Autofahrer verteilt, die der traditionellen Kundgebung durchaus positiv gegenüberstanden. „Das ist schon in Ordnung”, so ein am Hansemannplatz zum Pausieren gezwungener Oldtimer-Fahrer, „die Demos am 1. Mai haben ja Tradition, und Gewerkschaften nach wie vor ihre Berechtigung im Kampf um soziale Gerechtigkeit”. Spontan in den Zug einreihen wollte sich der Aachener dennoch nicht. „Ich bin zu einer Spazierfahrt in der Eifel verabredet”, lachte er. Obwohl seine Aussage hervorragend zum Credo der Veranstaltung gepasst hätte.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Markt formulierte der regionale DGB-Vorsitzende vor rund 1000 Menschen noch einmal die Kernforderungen nach „fairen Löhnen, sozialer Sicherheit für alle - in der Region und überall”. Ralf Woelk begrüßte außerdem die ersten Neuerungen unter der rot-grünen Landesregierungen, etwa die Abschaffung der Studiengebühren. Gleichzeitig forderte er unter dem Applaus der Kolleginnen und Kollegen: „Da muss noch mehr kommen!”

Neben Infoständen der Gewerkschaften und politischen Organisationen und dem eingestreuten Kulturprogramm mag es vor allem am Angebot an internationalen Köstlichkeiten gelegen haben, dass bei guter Stimmung der offene Dialog bis in den Nachmittag dauerte. An den verschiedenen Essens- und Getränkeständen trafen sich Demonstranten und viele Passanten zum politischen Gespräch. „Das hat ja richtig was von Klein-Kreuzberg”, freute sich einer der Teilnehmer.
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