Völlig neue Klänge im Krönungssaal

Von: Matthias Hinrichs
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Feinste Technik für die schö
Feinste Technik für die schönste Konzert- und Versammlungsstätte der Stadt: Im Krönungssaal wird in Kürze ein hochmodernes Akustiksystem installiert. Vier computergesteuerte Lautsprecher sorgen dann für beste Hörerlebnisse in allen Winkeln des Gewölbes. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Diese Meldung dürfte Musik in den Ohren nicht nur der Klassik-Fans sein: Höchstwahrscheinlich noch vor der Karlspreisverleihung am 17. Mai soll der schönste (Konzert-)Saal der Stadt endlich ein maßgeschneidertes Klangkleid erhalten.

In Kürze wird der Krönungssaal mit einem höchst anspruchsvollen neuen Akustiksystem veredelt, das es in jedem Sinne in sich hat, verspricht Michael Ferber, seines Zeichens Chef des städtischen Gebäudemanagements und Geschäftsführer des Rathausvereins.

Nach der Installation der neuen Lichtanlage vor knapp drei Jahren ist damit der letzte Schritt zur technischen Ertüchtigung der altehrwürdigen Kultur- und Versammlungsstätte in greifbare Nähe gerückt - er markiert einen großen Sprung in punkto Hörvermögen und -vergnügen, sagen die Verantwortlichen.

Hochkarätige Gutachter

Gemeinsam mit dem Verein „Accordate”, der seit Jahr und Tag höchstkarätige Konzerte im Krönungssaal veranstaltet, hat der Rathausverein jüngst drei ausgewiesene Experten beauftragt, ein Gutachten zur optimalen Steuerung der Schallfrequenzen im technisch denkbar schwierigen Ambiente des Gewölbes unterm Rathausdach zu erstellen.

Auf Vermittlung von „Accordate” haben die Aachener Professoren Rainer Pohlenz und Michael Vorländer sowie deren Kollege Anselm Goertz das komplizierte Fundament für den neuen „Klangteppich” gelegt. Letzterer, berichtet Ferber, zeichnet zum Beispiel auch für die neue Beschallung im Kölner Dom verantwortlich.

„Es geht vor allem darum, den Schall bei Bedarf gezielt bis in den letzten Winkel des Saals zu lenken, ohne dass dabei zu viel Nachhall entsteht”, erläutert Ferber. Physikalische Wunder seien dabei zwar selbst angesichts des denkbar gediegenen Objekts und modernster Elektronik nicht möglich.

„Aber bei Gastspielen kleinerer Ensembles können wir mit der computergesteuerten Anlage sehr flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten, zum Beispiel die Zahl der Zuhörer reagieren.” Und das gelte für Veranstaltungen wie die Karlspreisverleihung, bei der auch das gesprochene Wort im Mittelpunkt steht, allemal.

Dafür sollen vier schlanke, etwa 15 Zentimeter breite und zwei Meter hohe Lautsprechertürme garantieren, die an den Pfeilern neben der Bühne zur Marktseite hin sowie an den Seiten des Eingangsbereichs installiert werden - unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes, versteht sich. Die Tage der „hässlichen Kästen” aus (akustisch) grauer Vorzeit sind damit endgültig gezählt.

Dennoch sollen die Kosten fürs ambitionierte Projekt auch den städtischen Kassenhütern keineswegs in den Ohren klingen, berichtet Ferber zu guter Letzt.

Die Finanzierung des Gutachtens, insgesamt 10 000 Euro, hat sich der Rathausverein mit „Accordate” geteilt. Für den Einbau des neuen Systems, der mit nochmals rund 70 000 Euro zu Buche schlägt, kommt der Verein in Gänze auf.
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