Völlig im Dunkeln: Zukunft von Takeda in Aachen ungewiss

Von: Robert Baumann
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Sieht die Zukunft des Firmenst
Sieht die Zukunft des Firmenstandortes Aachen in Gefahr: Manfred Lock, Vorsitzender des Betriebsrates von Takeda Pharma Deutschland. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Schriftzug „Tradition trifft Vision”, prangt in englischer Sprache auf einem großen Plakat in der Aachener Niederlassung des Pharmakonzerns Takeda - ein klares Bekenntnis mit aktueller Brisanz.

Denn die Zukunft des Aachener Standortes, der seit 30 Jahren in der Region ansässig ist, ist derzeit ungewiss. Manfred Lock, Vorsitzender des Betriebsrates von Takeda Deutschland, hofft, dass sich die Verantwortlichen beim japanischen Pharmariesen auf die lang gehegte Unternehmensphilosophie besinnen. „Wir vertrauen weiter auf die Firmenphilosophie, die auf Integrität und Fairness basiert. Derzeit lässt man uns aber völlig im Dunkeln, wie es weiter geht”, sorgt sich Lock.

Im Oktober übernahm das japanische Unternehmen für 9,6 Milliarden Euro den Schweizer Arzneimittelhersteller Nycomed. Damit will Takeda Zugang zu den schnell wachsenden Märkten in den Schwellenländern erhalten und das europäische Geschäft stärken. Die Takeda-Beschäftigten befürchten nun, dass der Standort Aachen in der Viktoriaallee ganz aufgelöst, oder zumindest deutlich verkleinert wird. Rund 500 Menschen arbeiten in Deutschland für Takeda, 140 Mitarbeiter sind es am Aachener Standort. Dem gegenüber stehen vier Nycomed-Niederlassungen (Konstanz, Hamburg, Singen, Oranienburg) mit 2400 Mitarbeitern. „Takeda möchte uns den Wert dieser Übernahme mit der Formel 1+1=3 darstellen. Global gesehen ist das nachvollziehbar. Bezogen auf das Personal lautet die Rechnung aber eher 1+1=1”, befürchtet Lock durch die entstehenden Doppelstrukturen einen Stellenabbau. Bereits im letzten Jahr wurden bei Takeda Deutschland 140 Stellen gekürzt.

„In unserem Haus herrscht unter den Mitarbeitern eine sehr niedergeschlagene Stimmung. Was wir bislang von den Verantwortlichen hören sind nur Phrasen, dass die Dinge ihren Lauf nehmen oder dass eine permanente berufliche Veränderung die neue Realität sei”, ärgert sich Lock. Eine konkrete Entscheidung über die Zukunft des Takeda-Standortes in Aachen wird die Konzernleitung erst in der zweiten Januarhälfte verkünden. „Die Strukturpläne stehen aber längst fest und müssen nur noch genehmigt werden. Der Betriebsrat ist allerdings bis heute nicht in die Pläne einbezogen worden”, bedauert Lock.

Ein völlig unbekümmertes Weihnachtsfest werden die Takeda-Beschäftigten und ihre Familien wohl nicht verleben können. Betriebsratschef Lock zeigt sich trotz der ungewissen Lage aber selbstbewusst: „Wir sind Takeda Deutschland, führen hervorragende Renditen ab und haben in den letzten 30 Jahren maßgeblich das Wachstum von Takeda in Europa ermöglicht und finanziert.”
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