Aachen - Vierteilige Veranstaltungsreihe: Von Menschen und Maschinen

Vierteilige Veranstaltungsreihe: Von Menschen und Maschinen

Von: Dieter Spoo
Letzte Aktualisierung:
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„Von Menschen und Maschinen“: von links Felix Sommer, Inge Zeppenfeld und Thorsten Karbach präsentieren die neue Veranstaltungsreihe von RWTH und Theater Aachen, die am 26. Oktober im Mörgens startet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wer ist in Zukunft wohl der bessere Mensch? Ist es vielleicht doch der Android, das menschenähnliche Maschinenwesen? Machen wir Menschen uns überflüssig oder abhängig von künstlicher Intelligenz? „Es gibt bereits Rechner, die als vollstimmberechtigte Mitglieder in Aufsichtsräten sitzen“, sagt Felix Sommer, der Verantwortliche für den ersten Abend der Theaterreihe im Mörgens.

In einer lockeren Mischung aus wissenschaftlichem Gedankenaustausch, Science-Fiction-Performance und speziell produzierter „Zukunftsmusik“ geht es um nicht weniger als die Zukunft des Menschen in einer technikdurchdrungenen Lebenswelt.

Die ethische Tragweite des Themas hat das Stadttheater Aachen und die RWTH zusammengebracht. Thorsten Karbach, Sprecher der RWTH Aachen, sieht noch eine Gemeinsamkeit: „Wissenschaft und Kunst gelingen dann, wenn sie leidenschaftlich betrieben werden.“

Ernst, aber nicht verkopft, unterhaltsam mit Spaß und Freude wird das Thema angegangen. Der erste Abend steht, die drei folgenden Veranstaltungen sollen sich endgültig aus den Erfahrungen der Premiere und weiteren Gesprächen mit dem Publikum entwickeln. In der ersten Veranstaltung geht es um Pepper, einen veritablen Roboter, der vom Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH konzipiert wurde.

Pepper sieht niedlich aus mit seinen Kulleraugen und dem Kindergesicht. Aber was kann so ein Roboter? Funktioniert er nur auf Knopfdruck, oder agiert er bereits selbstständig? Ist diese Maschine bloß putzig oder schon bedrohlich?

Diese Fragen hatte Felix Sommer und stellt dem echten Roboter den fiktiven Fachgruppenleiter, der Pepper entwickelt haben soll, zur Seite. Mal schauen, was im Laufe des Abends aus der Gegenüberstellung wird.

Die gemeinsame Leidenschaft für ethische Fragen um die Perspektiven der Technik und das gemeinsame Projekt wird im Gespräch mit Inge Zeppenfeld, Chefdramaturgin des Theaters Aachen, und Thorsten Karbach deutlich. Zeppenfeld erzählt, wie wesentlich moderne Technik und technisches Wissen in den Theateralltag eingreife. Sei es moderne Bühnentechnik oder zeitgemäße Kommunikation, auch Kultur ist ganz handgreiflich mit Hightech befasst. Die ethische Komponente einer Technik, die dem Menschen dienen soll, ihn aber nun zu beherrschen drohe, stehe auch in Kunst und Kultur auf der Tagesordnung.

Ethik wichtig nehmen

Karbach betont, wie wichtig in letzter Zeit die Frage der Technikethik genommen werde. Vormals eher als Hemmnis der Entwicklung gesehen, seien fünf neue Lehrstühle in Planung, die sich ausschließlich dem Thema „Ethik“ widmen sollen. In Zukunft sei es denkbar, dass den von Menschen konzipierten Maschinen eine eigene juristische Verantwortlichkeit zugesprochen werde.

Roboter in Krankenpflege und Verkehr? Wer ist schuld, wenn eigenständig agierende Apparate Fehler machen? Wie sehr greift künftige Medizinforschung ein in bisher unumstößliche Abläufe menschlichen Lebens? Wie sieht es mit dem Grundeinkommen für uns Menschen aus, wenn die meiste Arbeit von Rechnern und Androiden übernommen wird?

Wenn alle diese Fragen in der Veranstaltungsreihe angesprochen werden, die nicht nur für Studenten, sondern für alle interessierten Aachener geplant ist, hat eine wichtige Thematik der Exzellenz-Uni ihren Weg aus dem Elfenbeinturm mitten ins Kulturleben der Stadt geschafft.

Die Termine im Mörgens, Mörgensstraße 24, sind: Donnerstag, 26. Oktober , 20 Uhr; Donnerstag 7. Dezember, 20 Uhr; Donnerstag, 25 Januar 2018, 20 Uhr; und Donnerstag, 15. Februar 2018

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