Aachen - Vierte Gesamtschule soll deutlich teurer werden

Vierte Gesamtschule soll deutlich teurer werden

Von: Oliver Schmetz
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Der Siegerentwurf des Münster
Der Siegerentwurf des Münsteraner Architekten Rainer Maria Kresing: So soll die vierte Gesamtschule an der Sandkaulstraße aussehen. Der Haken: Das würde rund 16 Millionen Euro Foto: Architekturbüro Kresing

Aachen. Moderne Schule gibt es nicht zum Nulltarif - das hatten Schuldezernent Wolfgang Rombey und Vertreter von CDU, SPD und Grünen vor einem guten halben Jahr unisono bekräftigt, als sich Schul- und Planungsausschuss mit dem Aus- und Umbau für die vierte Gesamtschule an der Sandkaul-straße beschäftigten.

Damals stand eine Summe von rund 6,5 Millionen Euro im Raum, die im nächsten Jahr für das Projekt verfügbar ist - woran sich seinerzeit schon Kritik entzündete, war doch der Standort Sandkaulstraße stets als billigster propagiert worden.

Jetzt entfernt man sich noch viel weiter weg vom Nulltarif. Denn die Umsetzung des Entwurfs von Rainer Maria Kresing aus Münster, dem Sieger des Architekturwettbewerbs, wird laut Michael Ferber rund 16 Millionen Euro kosten. Diese Summe dürfte so manchen Politiker schwer schlucken lassen, ist aber nicht vom Architekten zu verantworten, wie der Leiter des städtischen Gebäudemanagements betont: Der Siegerentwurf habe noch zu den günstigsten gezählt, andere hätten deutlich darüber gelegen.

Vielmehr schlage alleine schon mit rund drei Millionen Euro Mehrkosten zu Buche, dass nun eine neue Zweifachturnhalle eingeplant ist. Sie soll gleich an der Sandkaulstraße „ein Zeichen setzen”, so der Architekt, und auch auf dem Dach bespielbar sein. „Und die brauchen wir in Aachen auch”, verweist Ferber unter anderem auf den Wegfall der Turnhalle Minoritenstraße. Noch heftiger ins Kontor schlägt jedoch der deutlich erhöhte Raumbedarf, der sich aus dem modernen pädagogischen Konzept für Aachens vierte Gesamtschule ableitet. Denn diese will nicht nur übliche Klassenräume bieten, sondern zusätzlichen Platz für individualisierten und differenzierten Unterricht - und nicht zuletzt auch für die Integration behinderter Schüler.

Um 40 Prozent habe man deshalb das Raumprogramm erweitern müssen, erläutert Ferber. Und deshalb müsse man auch die beiden Altbau-„Türme”, die in den Neubau integriert werden, aufwändig umbauen, weil deren Fläche nicht ausreicht. „Dadurch wird das teurer”, sagt Ferber. Aber mit dem Votum für eine moderne, zukunftsorientierte Schule sei dies „ja ganz offenbar politisch gewollt”. Zumindest sei das, „was Aachen an dieser Stelle haben will, nicht für 6,5 Millionen Euro zu kriegen”.

Die Politik wird sich dazu sicher Anfang des Jahres äußern, wenn der Siegerentwurf und das weitere Vorgehen beraten werden. Schulleiter Hanno Bennemann würde sich über eine Realisierung des Siegerentwurfs, der auf eine „einladende Architektur” mit viel Licht setzt, sicher freuen. Er attestiert ihm, dass er die pädagogische Struktur des Konzepts „super abbildet”. Bis das Bild fertig ist, müssen aber noch einige Hindernisse überwunden werden - selbst wenn die 16 Millionen fließen. Denn anders als bisher geplant, wird es durch den Umbau der Türme nötig sein, die Schüler im nächsten Jahr zeitweise „auszulagern”. Wo sie dann lernen sollen, dazu gebe es bereits „Ideen”, sagt Ferber. Spruchreif sei aber noch nichts.
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