Vierte Gesamtschule auf dem Kronenberg

Von: Stephan Mohne und Thorsten Karbach
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Die Tage der Hauptschule Kronenberg scheinen gezählt: An diesem Standort soll Aachens vierte Gesamtschule entstehen. Foto: Steindl

Aachen. Mit frischem Wind wollte sich die Gemeinschaftshauptschule Kronenberg als reformpädagogische Sekundarschule für die Zukunft aufstellen. Nun wird den Verantwortlichen der Wind aus den Segeln genommen. Aachen bekommt stattdessen eine vierte Gesamtschule.

Die politische Mehrheit will dem Elternwillen im zweiten Anlauf entgegenkommen, und die Klassenräume auf dem Kronenberg liefern dafür die geeignete Infrastruktur - auch die Grundschule, deren Schließung längst beschlossene Sache ist, ließe sich räumlich einbinden. Statt reformpädagogischer Sekundarschule - so wollen es die Pläne von CDU und Grünen - soll auf dem Kronenberg eine Gesamtschule entstehen - das zumindest wird man einem Runden Tisch zur Schulentwicklung vorschlagen.

Am Mittwoch werden die Aachener Mehrheitsfraktionen mit der SPD ihre Ideen der Öffentlichkeit vorstellen. Die Schullandschaft steht vielerorts vor Veränderungen, das war abzusehen. Am Dienstag wurden alle Schulleiter per E-Mail über die Ideen der Politik informiert, die direkt Betroffenen wurden telefonisch informiert. Als 2009 die drei Ostviertelschulen für eine vierte Gesamtschule geschlossen werden sollten, erfuhren die Schulleiter teilweise durch die Aachener Zeitung von dieser Planung.

Das wurde umgehend bedauert - und in diesem Fall besser gemacht. Damals scheiterte die vierte Gesamtschule auch daran, dass Regierungspräsident und Landesregierung keinen Ganztagsunterricht genehmigen wollten. Das ist unter der grünen Schulministerin Silvia Löhrmann anders. Die neue Gesamtschule soll definitiv als Ganztagsschule arbeiten.

Nach AZ-Informationen will sich Schwarz-Grün in Aachen zwar noch ein Hintertürchen offen lassen und zeigt sich offen für Bewerbungen der Schulen selbst für einen vierten Gesamtschulstandort. Doch spricht alles für den Kronenberg, weil die Zahlen gegen diese Schule sprechen. 18 Anmeldungen gab es für das gerade gestartete Schuljahr. Das ist die Mindestzahl, die der Gesetzgeber für eine Klasse vorschreibt.

Im Vorjahr waren es gar nur 15 Anmeldungen für die Hauptschule, woraufhin die Idee der Sekundarschule forciert wurde. An einer solchen Sekundarschule werden alle Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Qualifikation für das Gymnasium angeboten. An der neuen Gesamtschule wären dann alle Abschlüsse bis hin zum Abitur möglich. Mit dieser Entscheidung bemüht sich Schwarz-Grün um die Lösung eines altbekanntes Problemes. Denn an zwei der drei Aachener Gesamtschulen werden mangels Kapazität übermäßig viele Kinder jedes Jahr abgelehnt. An der Gesamtschule Brand gab es zum laufenden Schuljahr 320 Anmeldungen für 174 Plätze, an der Maria-Montessori-Gesamtschule im Frankenberger Viertel waren es 215 Anmeldungen für 174 Plätze - wobei im Vorjahr noch weit mehr Anmeldungen vorlagen.

180 Kinder ohne Platz

Nur an der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Laurensberg gab es zuletzt ausreichend Platz. Letztlich konnte aber 180 Kindern der Wunsch nach einer Gesamtschullaufbahn nicht erfüllt werden. Ihnen will Schwarz-Grün nun einen neuen Weg aufzeigen. Am 23. September kommen diese und andere Ideen in den Schulausschuss, am 28. September gibt es einen Runden Tisch mit Vertretern aller weiterführenden Schulen.
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