Vier Waggons konfrontieren mit Geschichte

Von: Regine Beyss
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Aachen. „Auf Gleis eins fährt nun ein: der Zug der Erinnerung Bitte steigen Sie ein.” So oder ähnlich könnte es klingen, wenn am Sonntag, 3. April, der „Zug der Erinnerung” den Aachener Hauptbahnhof erreicht.

Vier Tage lang macht die rollende Ausstellung dort Station und erinnert an die Deportation von Kindern während des Zweiten Weltkriegs. Organisiert wird die Veranstaltung von einem Trägerbündnis aus städtischen, kirchlichen und weiteren Kooperationspartnern.

„Wir wollen vor allem Jugendliche mit der Geschichte konfrontieren”, so Udo Breuer, Referent für Kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane Aachen. „Außerdem wollen wir die Gelegenheit nutzen und die Impulse der jungen Besucher aufgreifen.”

Holger Brantin von „Kirche gegen Rechts” fügt hinzu: „Wir beobachten das Aufleben von rechten Kräften, die sich gezielt an Jugendliche richten.” Diese Zielgruppe müsse aufgeklärt werden, zumal die Zeitzeugen langsam weniger würden. Trotzdem richte sich die Ausstellung auch an Erwachsene. „Jeder sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und die Einzelschicksale in der Enge des Zuges erleben”, so Brantin. Während drei Waggons vom deutschlandweiten Verein „Zug der Erinnerung” eingerichtet werden, soll im vierten Teil vor allem die lokale Dimension des Themas zur Geltung kommen.

Bereits 2008 fuhr der Zug das erste Mal in Aachen ein. In diesem Jahr hält die Ausstellung in insgesamt 30 Bahnhöfen des Bistums. Die Federführung übernimmt das Büro der Regionaldekane im Bistum Aachen in enger Kooperation mit der Stadt Aachen. Gemeinsam übernehmen sie die rund 20000 Euro für den Aufenthalt des Zuges in Aachen.

Damit die Veranstalter den voraussichtlichen Andrang besser bewältigen können als beim letzten Mal, gibt es für Einzelpersonen separate Öffnungszeiten. Schulklassen und Jugendgruppen müssen sich rechtzeitig online anmelden.

„Jede Gruppe erhält vor der Besichtigung eine kurze Einführung”, erklärt Gerd Mertens, Referent des Büros der Dekane. Im Anschluss stehen 20 Minuten zur Besichtigung zur Verfügung. „Das muss reichen”, so Mertens. „Wir wollen ja möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, den Zug zu sehen.” Mit zeitlichen Verzögerungen müsse man trotzdem immer rechnen.

Nach Angaben der Veranstalter ist die Ausstellung auch für Kinder geeignet. Ein gewisses Verständnis sei natürlich nötig. „Der Zug kann nur ein Anstoß sein”, so Holger Brantin. „Die Vor- und Nachbereitung ist sehr wichtig.” Material und Informationen dazu gibt es bei der Volkshochschule Aachen.

Schulklassen und Jugendgruppen müssen sich online unter http://www.zug-der-erinnerung-im-bistum-aachen.de anmelden. Hier gibt es auch genauere Angaben zum Begleitprogramm. Die Auftaktveranstaltung findet am Sonntag, 3. April, um 10.30 Uhr mit Oberbürgermeister Marcel Philipp, Regionaldekan Josef Voß und Rabbiner Mordechai Max Bohrer im Hauptbahnhof statt. Einzelpersonen können den Zug am Sonntag, 3. April, zwischen 11 und 20 Uhr sowie von Montag, 4. April, bis Mittwoch, 6. April, jeweils zwischen 17 und 20 Uhr besuchen.
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