Viele tolle Tüen, aber keine Tabus in Steinebrück

Von: Christiane Chmel
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Kunterbunte Show im knallroten „Outfit“: Beim Pfarrkarneval in Steinebrück blieb kein Auge trocken. Die Organisatoren um Elferratspräsident Till Schüler (rechts) sorgten wieder für ein rasantes und knatschjeckes Programm. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 14 Programmpunkte und jede Menge Stimmung – die Pfarrkarnevalssitzung „Jecke Tüen in Steinebrück“ im Veranstaltungsraum von St. Gregorius am Jahnplatz erfüllte alle Erwartungen. Ob Tanz, Gesang oder Schauspiel: Der Elferrat unter Präsident Till Schüler und alle Mitwirkenden ließen wie gewohnt kein Auge trocken und sorgten für jede Menge jecke Unterhaltung.

Nach dem Einzug und einem Sketch des Elferrates übernahm Albert Wolff als „der Köbes“ die Eisbrecher-Nummer. „Sonne im Herzen, ein Bier und hier keine Schmerzen“ begann er singend und begleitet von zwei charmanten Elferratsdamen seine Büttenrede. Es folgte ein Feuerwerk von Witzen, die mühelos jeden etwaigen Frust wegen Frost im Publikum schmelzen ließen. Im Anschluss feierte das Pfarrballett „Crazy Love Girls“ seine Premiere auf der Bühne.

Acht Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren hatten gleich zwei Tänze im Gepäck und begeisterten die Zuschauer mit einer synchron einstudierten Choreographie und viel Charme und Ausstrahlung. Wolfgang Hahn und Irmgard Körlings ließen die Zuschauer einen Blick in das Vorzimmer eines Karnevalsprinzen werfen und sparten nicht mit Seitenhieben auf den oft zu durchorganisierten Karneval.

Bereits im letzten Jahr ein Highlight des Abends: Harald Janßen als Old Shatterhand und Wilfried Ellmann als Winnetou mit indianischen Lebensweisheiten, die das Publikum schmunzeln ließen. Dann enterte Prinz Axel II. mit Gefolge und Prinzengarde die Bühne. Ein gelungener Auftritt, der jedoch eher kurz ausfiel angesichts der Masse weiterer närrischer Termine im fürstlichen Festplan. Das Publikum forderte jedoch lautstark eine Zugabe und ließ die Einwände ungehört.

So ging es beschwingt in die zweite Hälfte des Programms, die mit einem satirischen Urnenvorverkauf begann, an den sich ein filmisches Meisterwerk der Männerwerkstatt zum Thema „Spiele für Erwachsene“ anschloss. Der Auftritt der Kfz-Innung Westfalen-Lippe mit Martin Lefering verlangte höchste Konzentration. Doch die Pkw-Profis, vor allem bekannt durch gekonnte Wortspiele, enttäuschten die hohen Erwartungen keineswegs.

Ein prekäres Thema brachten Till Schüler und Christian Mourad auf die Bühne: Unter dem Motto „Schwimmer beim Urologen“ nahmen sie wieder den Lackschuhkarneval und allerlei Zipperlein des vermeintlich starken Geschlechts aufs Korn. Mit Selbstironie wurde dabei nicht gespart. Auch die „Schöpfungsgeschichte“ des Pastoral-Teams und die Begegnung zweier Damen (Claudia Dechamps und Beata Steffens-Tölke) beim CHIO ließen die Liste der Lieblingsnummern für so manche Zuschauer immer länger werden.

Mit viel Musik bei der Hitparade des Lebens von Tino Ellmann, Beata Steffens-Tölke, Hedi Dautzenberg, Albert Wolff und Anita Zucketto-Debour und einen Live-Medley jecker Leddchere von Wolfgang, Kirsten und Antje Hahn ging der närrisch-ausgelassene Abend am Jahnplatz zu Ende. „Es war eine tolle Sitzung“, bestätigten viele Zuschauer kurz bevor es zum Tanzen auf die Bühne ging.

Im kommenden Jahr sollten sich Karnevalisten also auf längere Wartezeiten bei der Kartenvergabe einstellen. Es könnte sich in jedem Fall lohnen.

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