Aachen - Viele der Botschaften stießen auf offene Ohren

Viele der Botschaften stießen auf offene Ohren

Von: Sina Stieding
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Bühne Westpark: Nach ersten Hemmungen erzählten viele Aachener und Aachenerinnen Sebastian Schmidt ihre eigene Botschaft. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Was würdest du der Welt sagen, wenn sie dir zuhört? Diese Frage stellte der Künstler Sebastian Schmidt am Sonntag im Westpark den Aachenern, die im Rahmen des Aachener Kulturfestes rund um die Bühne Platz genommen hatten.

Neben Musik- und Tanzdarbietungen aus aller Welt hatte Schmidt, ausgestattet allein mit einem Mikrofon, jung und alt angeboten, einmal wirklich angehört zu werden. „Deine Botschaft an die Welt“, seine Tour durch die Städteregion, soll besonders jungen Menschen den Mut geben, sich an den Diskussionen der heutigen Zeit zu beteiligen.

„Die Nachrichten sind voll mit schlechten Neuigkeiten“, eröffnete Schmidt am Nachmittag die Show. An dem Tag sollte das alles anders sein. Ganz gleich, ob die Botschaft an die Welt eine Aufforderung zum veganen Leben oder ein Appell an das Gewissen ist, jeder Besucher war eingeladen bei dieser einmaligen Möglichkeit etwas zu sagen, was unter all den schlechten Nachrichten für Gewöhnlich untergeht.

„Ich habe mich gefragt, was ich persönlich gegen die Ohnmacht im Weltgeschehen machen kann“, erzählt Schmidt über seine Tournee. Besonders in seiner jugendpolitischen Arbeit fiel ihm in den letzten Jahren auf, dass viele Jugendliche nicht an ihre eigene Meinung glauben oder sie für unwichtig halten. Dies, so Schmidt, hemme ihre Freude, an aktuellen Themen mitzudiskutieren. Um ihnen zu zeigen, dass auch sie eine Stimme haben, die gehört werden muss, reicht er an verschiedenen Orten im September das Mikrofon weiter.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Menschen mit einer Botschaft an die Welt ans Mikro zu bekommen, traute sich letztendlich ein Trommler aus Ghana, der seine Botschaft sogar sang. In deutscher Landessprache forderte er die zahlreichen Besucher auf, mit ihm den Text in einer seltenen Sprache aus Ghana mitzusingen. Trotz der fremden Sprache erlebten so alle Zuschauer einen Moment des Zusammenhalts, und genau das war die Botschaft des Musikers aus Ghana: haltet zusammen!

Emotional wurde es auch, als eine junge Aachenerin, deren Familie aus Deutschland und Eritrea stammt, von ihrem Aufwachsen in zwei verschiedenen Kulturen erzählte. „Ich wünsche mir, dass wir alle aufeinander eingehen können, egal welche Farbe oder Religion wir haben“, lautete ihre Botschaft.

Manch ein Besucher nahm die Möglichkeit auch wahr, um Kritik zu üben. Ein Aachener forderte seine Mitmenschen auf, öfter auf die Natur zu hören und sie zu nutzen – nicht auszunutzen. Besonderen Beifall gibt es für Aufrufe nach mehr Unterstützung für Bedürftige, zum Beispiel Flüchtlinge, oder für das Abschaffen von Waffen. Eine Hoffnung hat, gemessen am

Beifall, wohl jeder Aachener am Sonntag: Weltfrieden.

Schmidt gab keinerlei Thema vor. Seine Hoffnung jedoch ist, dass Menschen ihre Ideen teilen, wie man das Miteinander leben verbessern kann. Die politischen Darstellungsformen, die bereits existieren, reichen ihm nicht. Zu jedem seiner Stopps auf der Botschaftstour sind lokale Politiker eingeladen.

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