Viele Baustellen bleiben rund um den Kaiserplatz

Von: Matthias Hinrichs
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Mit den Plänen für die große Galerie schließt sich der Kreis noch nicht: Die Initiative Kaiserplatz fordert umfassende Konzepte zur nachhaltigen Aufwertung der Lebensqualität im Viertel. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die Tage der viel zitierten „Überlast” sollen gezählt sein - die Suchtkranken machen sich vergleichsweise rar rund um den Kaiserplatz. Keineswegs aus dem (Fein-)Staub haben sich extreme Lasten ganz anderer Art zwischen Adalbertsteinweg und Suermondtplatz gemacht.

Mindestens drei gute Gründe sehen daher die Vertreter der Initiative Kaiserplatz, sich weiter aktiv ins politische Tagesgeschäft einzumischen: Richtungsweisende Konzepte seien jetzt gefragt - für die Suchthilfe ebenso wie im Hinblick auf Verkehr und Einzelhandel. „Wir werden den Druck auf die Parteien verstärken, damit das Viertel endlich wieder lebenswerter wird”, betont der Vorsitzende der Initiative, Volkmar Klein.

„Was ist aus den groß angekündigten Maßnahmen geworden, die Hilfe für Suchtkranke in Aachen neu zu gestalten?”, fragen Klein und sein Mitstreiter Herbert Joka. „Kurz vor der Kommunalwahl jedenfalls wurden die vom neuen OB Marcel Philipp ebenso nachdrücklich in Aussicht gestellt wie von Grünen-Bürgermeisterin Hilde Scheidt und SPD-Chef Karl Schultheis...” Städte wie Zürich oder auch Köln und Dortmund hätten längst gezeigt, wie eine eng geknüpfte Vernetzung zwischen Ärzten, Sozialarbeitern, Ämtern und nicht zuletzt potenziellen Sponsoren funktionieren könne. „Wir wollen, dass man sich diese Modelle endlich einmal vor Ort anschaut”, fordert Joka.

Denn die vorhandenen Angebote reichten bekanntermaßen bei weitem nicht aus. Wichtige Anlaufstellen wie die Suchthilfe müssten rund um die Uhr erreichbar sein, um eine ganzheitliche und zielführende Betreuung zu gewährleisten. Prinzipiell habe die Initiative - wie vielfach betont - gegen einen Verbleib der Hilfseinrichtungen ja durchaus nichts einzuwenden.

Entscheidend sei vielmehr, dass das in vielfacher Hinsicht leidgeprüfte Viertel im Ganzen zukunftsfähig gemacht werden müsse. „Dazu gehört auch, dass die Verkehrssituation von Grund auf unter die Lupe genommen wird”, bekräftigt Klein. Wachsender Parkdruck, massives Lkw-Aufkommen auf den Hauptachsen einerseits, Schleichverkehre rund um den Suermondtplatz andererseits zehrten an Nerven und Gesundheit der Anwohner.

Auch dort sei eine Umfeldverbesserung bekanntlich seit langem in Aussicht gestellt. Luftreinhaltepläne allein könnten da wenig ausrichten. „Das Parkleitsystem muss verbessert werden. Und: An der Einführung von Umweltzonen führt kein Weg vorbei”, konstatiert Joka.

Zumal das Blechaufkommen rund um St. Adalbert mit der Realisierung der Kaiserplatz-Galerie erheblich zunehmen werde. Die Schaffung von 700 Parkplätzen, wie derzeit geplant, sei da keinesfalls ausreichend. Mindestens 2000 Plätze müssten es sein, wenn der Verkehr wirklich weiter fließen solle. „Wir brauchen ein Konzept, das auch die kleineren Geschäfte einbindet.” Wiewohl man sich keinerlei Illusionen darüber hingebe, „dass das Vorhaben wohl kaum vor dem nächsten Jahr richtig angegangen werden kann”, so Klein.

Dennoch: „Als Initiative Kaiserplatz stehen wir im Prinzip hinter den Galerieplänen. Und wir vertreten weit mehr Bürger als die Gegner.”
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