Viel zu entdecken beim „Abend der Naturwissenschaften“

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Spannende Experimente: Beim „Abend der Naturwissenschaften“ am Anne-Frank-Gymnasium in Laurensberg gab es einiges zu entdecken. Foto: Andreas Schmitter
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Mehlwürmer gab es zum Anfassen – oder doch lieber zum Beobachten unter dem Mikroskop.

Aachen. Können die beißen, springen oder fliegen? Die 16-jährige Schülerin Svenja Lange steht im Pausenzentrum des Anne-Frank-Gymnasiums hinter zwei Terrarien, in denen acht Stabheuschrecken herumkrabbeln, und beantwortet geduldig alle Fragen rund um die gespenstisch anmutenden Insekten.

Währenddessen stolziert eine Stabheuschrecke entspannt über ihre Hände. Einige Zuschauer sind neugierig, andere halten lieber Sicherheitsabstand, ganz Mutige gehen selbst auf Tuchfühlung mit den kleinen und absolut harmlosen Tierchen.

„MINT-freundliche“ Schule

Die „hauseigenen“ Stabheuschrecken waren nur eine der zahlreichen Attraktionen beim „Abend der Naturwissenschaften“ am Anne-Frank-Gymnasium. Wer die Schule, die seit 2014 den Beinamen „MINT-freundlich“ trägt, weiter erkundete, wurde mit unzähligen Vorträgen, Experimenten, Workshops, Wettbewerben und Wissenschaftsshows überrascht, die von Schülern und Lehrern des Anne-Frank-Gymnasiums organisiert wurden. Die These, dass Fächer wie Biologie, Chemie, Physik und Informatik langweilig sind, wurde im Rahmen der dreistündigen Veranstaltung eindeutig widerlegt. „Von der Cremeherstellung bis zur begehbaren Lochkamera, mal laut, mal leise, hier gibt es viel zu entdecken. Das ist Wissenschaft zum Anfassen“, erklärte Schulleiter Wolfgang Gurzan.

Im Fachraum Biologie etwa warteten weitere lebende Objekte auf ihren Einsatz: Mehlwürmer. Wer sich traute, sie anzufassen, konnte sie zigfach vergrößert unter dem Mikroskop betrachten. Für alle anderen standen „unbewegliche“ Materialien wie Kirschlorbeerblätter und Zwiebeln zur Auswahl. Dass selbst die Polizei auf Naturwissenschaften nicht verzichten kann, zeigte der Infostand „Dem Täter auf der Spur“, der stilecht mit Polizeiabsperrband und blinkendem Blaulicht auf sich aufmerksam machte. Hier konnten die Kids nicht nur ihre eigenen Fingerabdrücke nehmen, sondern mit Pinsel, Graphitpulver und detektivischem Spürsinn fremde Fingerabdrücke von einer Glasplatte sichern.

Außerdem wurden Verschlüsselungstechniken von der Antike bis zur Neuzeit demonstriert. „Die Kinder gehen mit viel Begeisterung auf Spurensuche. Da mein Bruder beim LKA Düsseldorf arbeitet, ist mir die Idee gekommen, diese Techniken der Polizeiarbeit auch einmal im Schulumfeld den Kindern näherzubringen“, erklärt die Erprobungsstufenleiterin Sylvia Nüsser.

Auch im angrenzenden Chemieraum war der Andrang groß, denn hier wurden in Reagenzgläsern, Erlenmeyerkolben und Co. wie durch Zauberhand allerlei Dinge gebraut und gebastelt: „Goldmünzen“ (in Wahrheit natürlich aus Messing), Brause und ein Feuerlöscher waren nur einiges, was so in Marke Eigenbau entstand. Die Abteilung „Physik“ zog ebenfalls Groß und Klein in ihren Bann, mit dem „Elektrifizierten Zimmer“ sowie einem selbst montierten und programmierten Computer, dem sogenannten „Raspberry Pi“.

Mit viel Humor präsentiert

Das Highlight war jedoch der sogenannte „nanoTruck“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der zum „Abend der Naturwissenschaften“ auf dem Schulhof allen Besuchern offenstand. In dem Spezial-Lastwagen wurde auf zwei Etagen die Nanotechnologie in all ihrer Vielfalt dargestellt. Die interaktive Ausstellung informierte über wissenschaftliche Grundlagen, Einsatzfelder, Produktinnovationen und aktuelle Forschungsinitiativen. Zu den neugierigen Besuchern gehörten auch Stefan Fritz und seine Söhne Laurin (8) und Linus (10). „Da meine Söhne noch die Grundschule besuchen, nutzen wir diesen Abend, um die Aktivitäten und Angebote der möglichen weiterführenden Schule kennenzulernen. Es ist toll, wie naturwissenschaftliche Phänomene hier spielerisch und mit viel Humor präsentiert werden“, so Fritz.

In der Tat: Am Ende des Abends gab es wohl kaum ein naturwissenschaftliches Geheimnis, das nicht gelüftet werden konnte.

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