Viadukt: Grüne und Linke fordern Rahmenplan

Von: Oliver Schmetz
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Alles andere als attraktiv: Die Parkpalette vor dem Viadukt ist kein Kleinod. An dieser Grenze zwischen Frankenberger Viertel und Burtscheid fordern Marc Beus (Linke) und Michael Rau (Grüne) ein städtebauliches Konzept, zu dem eine Offenlegung des Bachs unter dem Kurpark und ein Durchstich in Höhe der Amos-Comenius-Schule gehören. Foto: Andreas Schmitter
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Alles andere als attraktiv: Die Parkpalette vor dem Viadukt ist kein Kleinod. An dieser Grenze zwischen Frankenberger Viertel und Burtscheid fordern Marc Beus (Linke, links) und Michael Rau (Grüne) ein städtebauliches Konzept, zu dem eine Offenlegung des Bachs unter dem Kurpark und ein Durchstich in Höhe der Amos-Comenius-Schule gehören. Foto: Andreas Schmitter
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Alles andere als attraktiv: Die Parkpalette vor dem Viadukt ist kein Kleinod. An dieser Grenze zwischen Frankenberger Viertel und Burtscheid fordern Marc Beus (Linke) und Michael Rau (Grüne) ein städtebauliches Konzept, zu dem eine Offenlegung des Bachs unter dem Kurpark und ein Durchstich in Höhe der Amos-Comenius-Schule gehören. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Rahmenplan hat etwas Grundsätzliches und grundsätzlich auch etwas Langfristiges. Es geht um eine Vision, wie ein Stück Stadt in einigen Jahren einmal aussehen könnte, und Michael Rau hat von dieser Vision eine sehr lauschige Vorstellung: „Unterm Burtscheider Viadukt am Bach im Biergarten sitzen, das wäre doch genial“, sagt der planungspolitische Sprecher der Grünen im Aachener Stadtrat.

Nun existiert von dieser Vision bislang nur der denkmalgeschützte und vor einigen Jahren sanierte Viadukt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und den Grünen und der Linkspartei im Aachener Stadtrat geht es auch nicht nur um ein nettes Plätzchen zum Biertrinken, sondern um etwas deutlich Größeres: Mit dem planungspolitischen Sprecher der Linken, Marc Beus, plädiert der grüne Ratsherr an diesem Donnerstag vor Ort für eine Rahmenplanung, die den gesamten Bereich um den Burtscheider Viadukt neu ordnet und den Grundstein dafür legt, dass der Übergang zwischen den beliebten Stadtteilen Frankenberger Viertel und Burtscheid erheblich attraktiver gestaltet wird, als er sich heute präsentiert.

„Das ist ein ungeheurer Schatz, der da vor sich hinschlummert“, sagt Beus mit Blick auf das historische Baudenkmal Viadukt, dessen direktes Umfeld alles andere als attraktiv daherkommt. Und falls die Ideen, die Grüne und Linke in ihrem Ratsantrag formulieren, umgesetzt würden, wäre das „eine unglaubliche Aufwertung des Kurstandorts Burtscheid“, ist Rau überzeugt.

Zunächst einmal bekäme Burtscheid dann einen weiteren Bach. Den gibt es zwar schon, aber er fließt unter der Erde, und im Grunde genommen trägt er sogar zwei Namen: Kalter Bach und Warmer Bach. Unter der Dammstraße fließt das Gewässer in Rohre verpackt in Richtung Kurbrunnen-straße, dann unter dem Kurpark an den Kurparkterrassen vorbei und unter der Kurklinik „An der Rosenquelle“ hindurch und später auf der anderen Seite an der Bachstraße entlang in Richtung Frankenberger Viertel. Diesen Bach müsse man freilegen, fordern Beus und Rau. „Dann könnte man in Aachen endlich wieder an einem offenen Gewässer sitzen“, sagt Rau. Und endlich würde man auch das seit Jahren in Aachen diskutierte große Thema Wasser anpacken, meint er: „Das wollen ja eigentlich alle, aber es wird nicht gemacht.“

In Burtscheid sehen Linke und Grüne die Zeit dafür jetzt gekommen. Denn die Stawag werde bald die dringend notwendige Sanierung des Kanals unter der Dammstraße angehen. Und um an diesem Kanal heranzukommen, müsse sie die darüber liegenden Bachrohre wegnehmen – „eine ideale Chance“, den Bach wieder an die Oberfläche zu bringen und bis zur Warmweiherstraße hin offen fließen zu lassen, wie Beus und Rau meinen.

Der Vorstoß geht aber noch viel weiter. Die Verwaltung solle mit dem Rahmenplan dafür sorgen, dass die beliebten Stadtteile Frankenberger Viertel und Burtscheid viel besser miteinander verzahnt werden und der städtebaulich markante Viadukt dabei als Grenze besser in Szene gesetzt wird, heißt es in dem Antrag. In Sachen „Verzahnung“ schwebt Grünen und Linken auch eine „Verknüpfung der Grünräume“ vor, wie Beus es nennt.

Soll heißen: Von den Grünanlagen auf dem Gelände des alten Moltkebahnhofs aus, an der Montessori-Gesamtschule vorbei und über die Moltkestraße hinweg wird eine direkte Verbindung zum Burtscheider Kurpark angestrebt. Erreicht werden könnte dies mit einem Durchstich unter dem Bahndamm hindurch, der von der Warmweiherstraße aus ein Stück neben dem kleinen Tunnel an der Moltkestraße zur Parkpalette neben der Amos-Comenius-Schule führen würde. Wobei hier ganz besonders die Betonung auf dem Wort „langfristig“ liegt, da private Grundstücke betroffen sind. „Aber Rahmenplanung muss langfristig denken“, sagt Rau.

Um den Viadukt besser in Szene zu setzen, schwebt Beus eine „Inszenierung mit Licht vor“. Außerdem könne man auch eine Parkpalette als Grünraum gestalten, ergänzt Rau. Ein Hochbauvorhaben auf dem Parkplatz – wie immer schon mal wieder angedacht – schließen beide jedoch aus. Dies sei unter stadtklimatischen Aspekten bedenklich und verstelle außerdem den Blick auf den Viadukt, sagt Rau. Denn zum Rahmenplan gehört aus Sicht von Linken und Grünen auch, dass die Sichtachsen auf die historische Brücke erhalten bleiben.

Außerdem dürfe man dem Viadukt nicht zu nah auf die Pelle rücken. Wegen der Pläne der Bahn, dort ein drittes Glas anzulegen, müsse die Stadt den Platz freihalten. Dies bekam schon ein Investor zu spüren, der zur Normaluhr hin am Viadukt Wohnbebauung plante, dessen Pläne aber von Politik und Verwaltung vor kurzem mit einer Veränderungssperre zunächst gebremst wurden. Dieses Bauvorhaben sei auch Anstoß zur Idee einer generellen Rahmenplanung gewesen, sagt Rau. Man müsse klare Leitlinien entwickeln, um den wichtigen Bereich städtebaulich aufzuwerten, und dabei auch über neue Wegeverbindungen und Verkehrsführungen nachdenken, meint der grüne Ratsherr.

Fehlt dann nur noch der Biergarten. Aber auch dafür gibt es schon Pläne. Am alten Busdepot direkt am Viadukt will ein privater Investor solche Freiluftgastronomie ansiedeln. Vielleicht in ein paar Jahren ja direkt am Bach.

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