Viadukt: Dämpfer für die Hochhauspläne

Von: Oliver Schmetz
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Zwei Perspektiven eines Projekts: Direkt am Burtscheider Viadukt will ein Investor Wohnungen bauen, die unter anderem in einem zehngeschossigen Hochhaus entstehen sollen. Foto: kadawittfeldarchitektur
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Zwei Perspektiven eines Projekts: Direkt am Burtscheider Viadukt will ein Investor Wohnungen bauen, die unter anderem in einem zehngeschossigen Hochhaus entstehen sollen. Foto: kadawittfeldarchitektur

Aachen. Rund 100 Wohnungen will die Aachener Reaq Immobilien GmbH direkt am Burtscheider Viadukt in der Nähe von Kurbrunnen- und Bachstraße schaffen – und das zum Teil mit schöner Aussicht in einem zehnstöckigen Hochhaus.

Doch die Aussichten für das Projekt selbst sind seit Donnerstagabend arg getrübt: Im Planungsausschuss beschloss die Politik einstimmig, für das Areal südlich des Viadukts einen Bebauungsplan aufzustellen, um eine „geordnete Planung“ zu gewährleisten, wie es in der Sitzung hieß. Vor allem das Hochhaus, so wurde deutlich, stößt bei vielen Politkern auf Skepsis.

Und die Verwaltung erklärte ganz offen, dass man ein Bebauungsplanverfahren vorschlage, um eine Bauvoranfrage des Investors auf Eis legen zu können. Damit gewinne man ein Jahr Zeit, um offene Punkte zu klären. Diese betreffen laut Verwaltung vor allem die Frage, ob die geplante Bebauung später einmal einen dreigleisigen Ausbau des Viadukts behindern würde. Aber auch Bedenken des Denkmalschutzes wurden im Ausschuss laut. „Der Viadukt sollte weiter sichtbar sein und das Stadtbild prägen“, erklärte die Leiterin der städtischen Denkmalpflege, Claudia Ellenbeck. Schließlich sei das Bauwerk „ein wichtiges Zeugnis der Industriekultur“.

Reaq-Geschäftsführer Ilker Simons fühlte sich angesichts dieser Entwicklung am Freitag „massiv vor den Kopf gestoßen“. Schließlich befinde sich der mit der Planung befasste Architekt Gerhard Wittfeld „seit mehr als einem Jahr mit allen möglichen Verantwortlichen bei der Stadt in Gesprächen, um das Projekt abzustimmen“, so Simons. So sei das Vorhaben bereits vor etlichen Monaten im Architektenbeirat vorgestellt worden und dort auf positive Resonanz gestoßen.

Auch habe man sich bereits eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt und die Planung entsprechend angepasst, sagte der Investor. Und plötzlich tauchten nun diese Probleme auf: „Ich bin fassungslos, wir sehen das im Moment als Schildbürgerstreich.“ Wie es unter den geänderten Vorzeichen nun mit seinem Vorhaben weitergeht, „weiß ich jetzt noch nicht“, sagte Simons.

Von der Vorgeschichte des Projekts, etwa der Vorstellung im Architektenbeirat oder den Gesprächen mit dem Denkmalschutz, erfuhren Politik und Öffentlichkeit im Ausschuss im Übrigen nichts. Für die Verwaltung gab es gleichwohl Lob, „rechtzeitig die Reißleine gezogen“ zu haben, um die Planung steuern zu können.

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