VHS: Von der karolingischen Minuskel zum PC-Programm

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Die VHS zeigt noch bis zum 28. September die Ausstellung "Karltur". Ralf Roeger

Aachen. Wie sähen wohl die Schriftzeichen der karolingischen Minuskel zur Zeit Karls des Großen heute aus? Und welche Parallelen bestehen zwischen der damaligen Renaissance und dem Konzept der aktuellen Volkshochschule? Diese und andere Fragen werden in der Ausstellung „Karltur“ im Foyer der VHS an der Peterstraße thematisiert.

45 Werke von Künstlern aus insgesamt 12 Ländern zeigen auf verschiedene Art und Weise, wie man die Ästhetik der Karolinger in einen postmodernen Zusammenhang bringen kann. Für Kuratorin Dr. Claudia Franken eine ganz besonders interessante Sichtweise: „Wir haben den Fokus auf die Hofakademie Karls gelegt und geschaut, was aus den sieben freien Künsten Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie heute noch übrig geblieben ist und wie sie nachgewirkt haben.“

So kann man bei dem spanischen Künstler Ricardo Victor Rousselot beispielsweise einen engen Zusammenhang zwischen der heutigen Computer-Standardschrift und der einstigen Handschrift am Hofe erkennen. Steve Nelson aus Schottland verarbeitet in seinem Kunstwerk Schriftzeichen der karolingischen Minuskel, aus der sich auch unsere heutige Schreibschrift entwickelt hat, zu einem großen und bunten Gesamtkunstwerk. Professor Doktor Wolfgang Becker betont in seiner Einführungsrede vor allem die Vielfalt der teilnehmenden Künstler und die daraus resultierenden Prägungen in unserem heutigen Alltag.

Es sei zudem wichtig, die bedeutenden Traditionen und intellektuellen Gegebenheiten weiterzutragen und zu wissen, wo bestimmte Dinge ihren Ursprung haben, so Becker. Hier schließt sich auch der Kreis zur anfangs gestellten Frage, wo denn die VHS und die karolingische Renaissance Parallelen haben. „Weiterbildung schätzte schon der große Kaiser zu seinen Lebzeiten.

Der Grundgedanke seiner Reform war das Weiterverbreiten von Wissen und vor allem fing man an, sich mit Texten zu beschäftigen und Lehren daraus zu ziehen. Und diesen Ansatz verfolgen wir auch seit Jahren“, betont Franken. Die Künstler haben dabei mitunter ihre ganz eigenen Auffassungen. Bunte Gemälde sind hier ebenso vertreten wie moderne Computergrafiken. Mal sieht man auf den ersten Blick die Verbindung, mal muss man kurz überlegen.

Aber so vielfältig die Kunstwerke sind, so vereint sie alle die Tatsache, dass Karl der Große auch heute – 1200 Jahre nach seinem Tod – unsere Gesellschaft geprägt hat und dass wir uns manchmal sogar etwas von seinen Lehrmethoden abschauen können.

Die Ausstellung „Karltur“ ist noch bis zum 28. September zu den regulären Öffnungszeiten montags bis donnerstags 10 bis 18 Uhr und freitags 10 bis 14. Am 28. September selbst findet um 18 Uhr eine Auktion statt.

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