Vertrag: Realschule und Gymnasium kooperieren

Von: tka
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Harmonie: Die Schulleiter Berthold Winterlich (links) und Hanno Bennemann unterzeichnen den Kooperationsvertrag zwischen Anne-Frank-Gymnasium und David-Hansemann-Realschule während der Anne-Frank-Schulchor singt. Die Zusammenarbeit soll den Ubergang zwischen den Schulen erleichtern. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Natürlich hatte Melike Angst. Eine neue Schule, neue Mitschüler, neue Lehrer. All das hätte sie vor einem Jahr erwartet. Unbekanntes Land... Doch weil ihre David-Hansemann-Realschule nun mit dem Anne-Frank-Gymnasium zusammenarbeitet, wurde ihr die Angst ganz rasch genommen.

Von bekannten Mitschülern und vertrauten Lehrern. Melike Öztürk ist eine von 13 Schülerinnen und Schüler des sogenannten Kooperationskurses. Sie hat mehr Englisch, mehr Mathematik und mehr Deutsch, um den Übergang von der Realschule auf das Gymnasium zu meistern. Und genau das ist das Ziel der Kooperation der beiden Aachener Schulen - Jugendlichen den Übergang zwischen den beiden Schulformen zu erleichtern. Am Mittwoch wurde ganz offiziell der entsprechende Kooperationsvertrag mit einem kleinen Rahmenprogramm unterzeichnet.

„Dieser Vertrag eröffnet neue Chancen in einem System, das viel auf Selektion durch die verschiedenen Schulformen basiert”, sagt Aachens Schuldezernent Wolfgang Rombey. Und: „Übergangsmanagement ist ein wichtiger Punkt - hier werden Anschlüsse geschaffen, nicht Ausschlüsse.” Und genau das erleben Melike und ihre Mitschüler seit einem halben Jahr. Sie sind die ersten Kooperationsschüler. Und sie sagen, dass es sich lohne. „Ich fand es zunächst ärgerlich, mehr verpflichtende Wochenstunden zu haben, aber dann habe ich eingesehen, dass es wichtig ist, mein Basiswissen zu erweitern”, sagt Martina Hermanns.

In dem Vertrag zwischen David-Hansemann-Realschule und Anne-Frank-Gymnasium geht es aber nicht nur um diesen Kooperationskurs. Es gibt schulübergreifende Konferenzen, Unterrichtsinhalte werden besprochen, Materialien ausgetauscht, Fortbildungen abgestimmt, Beratungs- und Förderkonzepte vernetzt. Man kann zusammenfassend sagen: Die Schulen arbeiten Hand in Hand und bleiben doch immer zwei eigenständige Schulen. „Das Besondere liegt in der Einfachheit. Wir machen nur das, was selbstverständlich ist. Wir hören zu, was unsere Schüler und ihre Eltern wollen. Und Probleme bestehen eben an der Schnittstelle zwischen Schulen”, sagt David-Hansemann-Leiter Hanno Bennemann.

Initiative der Leiter

Besonders ist aber in jedem Fall, dass diese Zusammenarbeit von den Schulen angestrengt wurde - und nicht von außen an die Schulen herangetragen wurden. Es ist eine Idee der beiden Schulleiter, vor 15 Jahren waren sie damit bei der Bezirksregierung vorstellig geworden und haben seitdem mit ihren Kollegien, den Schülern und Eltern an dem Konzept gefeilt. „Sie haben alle dafür begeistert, Schulgrenzen zu überwinden”, sagt die leitende Regierungsschuldirektorin Helga Jarosch.

Auf drei Jahre ist die Zusammenarbeit zunächst angelegt, so steht es im Vertrag. Doch die Tendenz ist klar, die Zusammenarbeit zwischen den Schulen soll weiter ausgebaut werden. Und es gibt in der ganzen Region Interessenten, dieses Modell andernorts zu übernehmen. „Wir leben in einer Zeit, in der Netzwerke entscheidend sind. Damit sollten Schulen anfangen. Isolieren, abschotten, Grenzen aufbauen ist in der Wirtschaft nicht sinnvoll. Warum sollte es dies an der Schule sein?”, erklärt Anne-Frank-Schulleiter Berthold Winterlich. Schülerinnen und Schüler wie Melike Öztürk sind gute Beispiele, warum sich Netzwerke an Schulen mehr als lohnen.
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