Aachen - Versuchter Totschlag: 19-Jähriger legt Geständnis ab

Versuchter Totschlag: 19-Jähriger legt Geständnis ab

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Die Freundin des wegen versuchten Totschlags angeklagten 19-Jährigen aus Aachen brachte es am Freitag vor der Jugendkammer des Landgerichts auf den Punkt.

„Herr Richter, seit er damals mit diesen Freunden unterwegs war, kannte ich ihn nicht wieder. Seine ganzen Klamotten stanken nur noch nach Hasch.”

Sie und auch die Mutter hätten ihm, der eigentlich Profifußballer werden wollte und auf der Wunschliste einiger Vereine stand, regelmäßig ins Gewissen geredet, er solle wieder trainieren und zur Schule gehen, doch nichts fruchtete.

In der Haft „ist er wieder der Alte geworden”, sagte die 17-Jährige offen zu dem Vorsitzenden Richter Gerd Nohl: „Ich stehe zu ihm.” Beistand kann der Angeklagte, der die Tat im Wesentlichen gestand, auch gebrauchen. Um einen eher bescheidenen Drogendeal ging es am 15. Februar, es war am Abend des Mittwoch vor Altweiberfastnacht. Der Angeklagte gab an, er habe das Auto seines Freundes, einen roten Golf, zu den Garagen an der Wurmbenden Straße bringen müssen. Dort sollte ein Ölwechsel gemacht werden, im Tausch gegen Tütchen mit Hasch.

Vor Ort gab es dann wohl Streit zwischen dem späteren Opfer und dem Angeklagten. Letzterer gab an, bis zu seinem Auto von dem 37-Jährigen, der seine schweren Kopfverletzungen nur knapp überlebte und heute noch erheblich geschädigt ist, verfolgt worden zu sein. Der habe von außen wütend die Fahrertüre zugeschlagen, obwohl das Bein des Angeklagten noch nicht eingezogen war. „Da ist er ausgerastet”, beschrieb die Freundin die Situation, sie saß hinten im Golf. Ihr Freund sei ausgestiegen und habe dem Gegner eine „Faust ins Gesicht gegeben”. Als der wieder angriff, habe der Angeklagte ihn dann gegen Brust und Gesicht getreten, gestand der 19-Jährige

Schädelbrüche

Der 37-Jährige, der kleiner und mehr als 20 Kilo leichter ist als sein Gegner, fiel hart mit dem Kopf auf den Boden und blieb bewusstlos liegen. Er erlitt Schädelbrüche, ihm musste der Kopf aufgemeißelt werden, damit die Ärzte Herr über die akute Hirnschwellung wurden. Weitere Zeugen deuteten am Freitag an, dass der 37-Jährige wohl mit der Ware nicht ganz zufrieden war und deshalb dem Angeklagten bis zum Auto lautstarke Vorhaltungen machte.

Einer der jungen Männer wollte nicht so richtig raus mit der Sprache. Das Gericht musste mehrfach „drohende Haltung” annehmen und dem Zeugen klar machen, dass falsche oder unvollständige Aussagen schnellstens zu unmittelbarer Beugehaft führen können. Das Verfahren wird am Mittwoch, 25. Juli, um 8.30 Uhr fortgesetzt.
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