Aachen - Versteigerung: Dom-Mosaik sucht noch Bieter

Versteigerung: Dom-Mosaik sucht noch Bieter

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Gut verarbeitet: Stefan Oidtmann, Chef der Linnicher Glasmalereifirma, prüft das Dom-Bild, das im Internet versteigert wird. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf blauem Grund glänzt ein fröhlich bunter Dom. Hier und da schimmert sogar ein goldenes Mosaiksteinchen und erinnert an die Kostbarkeit des Originals: Was Besucher und Mosaiker der Linnicher Firma Oidmann beim Fest „30 Jahre Sanierung Aachener Dom“ auf einer Fläche von 90 X 90 Zentimetern begonnen haben, ist mit seinen rund 4000 kleinen Steinchen längst fertiggestellt und wartet auf einen neuen Besitzer.

Bei der Aktion wurde für jedes verbaute Steinchen ein Euro als Spende bezahlt. Der Stein wurde mit Rübenkraut bestrichen und mit der Sichtseite nach unten auf ein Blatt Papier geklebt. Mitarbeiter der Gasmalereifirma Oidtmann sorgten als Profis für die restlichen Arbeiten. Sie drehten schließlich das Papier mit den geklebten Steinen um, setzten es in ein Mörtelbett und zogen das befeuchtete Papier nach der Aushärtung ab.

Die Internetversteigerung geht jetzt in die heiße Phase, der Erlös wird der Rettung des Doms zukommen. Inzwischen gibt es sogar für Bieter, die das Internet nicht nutzen möchten (oder können) eine Lösung: Sie dürfen sich persönlich bei der Dominformation melden und dort ihr Gebot abgeben. Ist das Bild ein Unikat?

„Auf jeden Fall“, betont Unternehmenschef Stefan Oidtmann. „Jeder einzelne Stein war hoch oben auf den Gerüsten, als wir die Mosaiken restauriert haben.“ Die sogenannten Reparatur-Steine – alle aus Muranoglas – wurden dort verwendet, wo es Lücken und Defekte gab. Mehr als 100 unterschiedliche Farbtöne existieren, die systematisch verbaut wurden und nun wie ein Konfettiregen das Motiv ausfüllen. Besondere Raritäten sind die vereinzelten Goldsteine.

„Es geht nicht unbedingt um das Gold, es ist die komplizierte Herstellung, die sie so außergewöhnlich sein lässt“, erklärt Oidtmann. Hierbei handelt es sich nicht einfach um durchgefärbtes Glas. Das Blattgold liegt unter einem Deckglas, das es schützt und im Licht funkeln lässt. Das Dommotiv hebt sich vom Blau des Hintergrunds ab. Dafür sorgt nach alter Mosaik-Tradition eine Linie aus schwarzen Steinen. Im Inneren geht es extrem bunt zu. Anregung war das Plakat zum Fest, bei dem man den Dom aus lauter winzigen Menschen zusammengefügt hatte. Diese Vielfalt hat die Mosaikkünstler inspiriert.

Der Hintergrund ist in kräftigem Blau gestaltet, das in Abstufungen eingesetzt wurde. Hier haben die Experten fünf Farbtöne verwendet. „Andernfalls würde so ein Hintergrund optisch tot und eher langweilig wirken, das hat etwas damit zu tun, wie die Augen Farben und Flächen wahrnehmen“, betont der Experte. Ein schlichter Metallrahmen umgibt das Bild, das auf einer Holzplatte mit Fliesenkleber fixiert wurde. Das Bild wiegt 28 Kilo. „an zwei stabilen Haken würde es gut halten“, versichert Oidtmann.

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