Aachen - Verrechnet: Stadt kriegt die Kurve nicht

Verrechnet: Stadt kriegt die Kurve nicht

Von: Robert Esser
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An mancher Stelle war die Trasse aber so schmal, dass die Busse beim Test nicht um die neue Kurve kamen, deswegen wird nun umgebaut. Foto: Michael Jaspers/Robert Esser
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Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen: Bloß die Straße muss für die Busse breiter werden, Bauarbeiter versetzen hier neue Randsteine. Foto: Michael Jaspers/Robert Esser

Aachen. Da haben sich die Aachener Straßenplaner ganz schön verrechnet. Eine fast fertiggestellte Bustrasse der Stiftsumfahrt neben der Aquis-Plaza-Baustelle am Kaiserplatz muss wieder aufgerissen werden. Der Grund: Die Kurvenradien von der Stiftstraße in den Halbkreisverkehr wurden falsch kalkuliert, die Strecke ist für die roten Boliden der Aseag zu schmal.

„Wir haben vor einiger Zeit Probefahrten durchgeführt und festgestellt, dass dort für sämtliche Busse die Trasse zu schmal ist“, stellte Aseag-Sprecherin Anne Linden am Dienstag auf AZ-Anfrage fest. Und fügte hinzu: „Das gilt nicht nur für Doppelgelenkbusse, sondern für alle Buslinien, die dort entlang geführt werden sollen; der Platz passte nicht.“ Dies musste schließlich auch das Presseamt der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung einräumen.

Dabei hatte die AZ bereits am 19. Mai darüber berichtet, dass am Kaiserplatz ein Nadelöhr droht, weil Trassen für die je 2,95 Meter breiten Busse an manchen Stellen zu schmal geplant wurden.

Regina Poth, Abteilungsleiterin für Straßenbau, hatte daraufhin vehement widersprochen – und darauf gepocht, dass die „Bürgersteige mindestens drei Meter breit werden und die 2,95 Meter breiten Busse im Zweirichtungsverkehr auf einer neun Meter breiten Fahrbahn rollen“ würden – was „natürlich überall völlig ausreichen“ würde. So wurde dann auch gebaut, mit einem Budget von 270.000 Euro.

„Erst fertig gemacht, dann wieder aufgerissen – was das alles kostet“, kommentierte am Dienstag ein Passant beim AZ-Besuch auf der Baustelle. Während Bauarbeiter der AZ vielsagend unisono zu Protokoll gaben: „Wir sind angewiesen worden, zu diesem Thema keine Auskunft zu geben.“

Denn seit Tagen müssen Teile der Trasse, die offenbar zu schmal sind, korrigiert werden. „Die tatsächlichen Sichtbeziehungen wurden erst durch eine Probefahrt deutlich“, teilte am Dienstag Axel Costard vom Presseamt mit. Er erläuterte: „Behoben wird dieser Fehler, indem ein Teil des Bürgersteigs auf der kleinen Dreiecksinsel, die vor ‚Zeeman‘ liegt, vor die Mauer der Parkhausunterführung verlegt wird. Die Fahrbahn wird also um einige Meter nach Westen verschoben. Die Fahrbahnbreite wurde der neuen Schleppkurve angepasst, sie beträgt zwischen 4 und 4,60 Meter, vorher lag sie bei etwa 3,50 Metern.“

Sonst kriegt die Aseag dort nicht die Kurve. Zu den neuen Bordsteinkanten erklärte Costard: „Lediglich die Dreiecksinsel, die umgeben ist von den Fahrbahnen und Einmündungen von Stiftsumfahrt, Stiftstraße und Gasborn, wurde verkleinert.“

Täglich werden zig Busse der Linien 23, 43, 73, 125, 173 und gegebenenfalls noch die Eifellinien 66 und 68 im Zweirichtungsverkehr auf der Stiftsumfahrt erwartet. Rund 9000 Passagiere sollen jeden Tag die Bürgersteige vor dem Aquis Plaza, das am 28. Oktober eröffnet wird, bevölkern. Die breitere Umfahrung inklusive Teilumbau der fast fertiggestellten Trasse löst laut Stadt Mehrkosten aus. Mit 25.000 Euro sei zu rechnen, hieß es.

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