„Verpackungskünstler” kehren Aachen den Rücken

Von: Karl Stüber
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Herzogenrath. Es sei „die Ansiedlung des Jahres 2011 für die WFG und die Stadt Herzogenrath”. Diese Aussage der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) der Städteregion Aachen ist spürbar vom Stolz getragen.

Die bislang noch am Rotter Bruch in Aachen ansässige Hightech-Firma Intravis Vision Systems wird nach Kohlscheid umziehen. Im Frühjahr soll im Gewerbegebiet Dornkaul gegenüber der Firma Aixtron mit dem Bau eines rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Gebäudekomplexes begonnen werden.

Die zum Jahreswechsel am aktuellen Standort Aachen 91 Mitarbeiter zählende Intravis GmbH, die Weltmarktführer im Bereich der Inspektion von Kunststoffverpackungen ist, will gut fünf Millionen Euro investieren, wie Inhaber und Geschäftsführer Dr. Gerd Fuhrmann bei einem Pressegespräch im Technologie Park Herzogenrath (TPH) sagt.

Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch kann auf diese Weise einen Heimkehrer begrüßen. Fuhrmann gründete seine Firma Intravis im Jahre 1993 im TPH, nachdem er an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert und am Forschungszentrum Jülich seine Promotionsarbeit geschrieben hatte. In dieser Zeit studierte er nebenher auch noch Betriebswirtschaft, wie er erzählte. Im Forschungszentrum Jülich entwickelte er einen speziellen Mikrotomographen.

Hoch auflösende Röntgentechnologie ist auch der Schlüssel für den weiteren Weg. Fuhrmanns Entwicklung fand zwar Beachtung, aber die Umsetzung ließ auf sich warten. So nahm er mit der Firmengründung selbst das Heft in die Hand. Und der Erfolg gab ihm Recht. Zuletzt verzeichnete das Noch-Aachener Unternehmen Zuwachsraten von rund 20 Prozent im Jahr. „Intravis steht finanziell sehr gut da. Wir haben keine Schulden”, betont er.

Von den Driesch legt Wert auf die Feststellung, dass Herzogenrath Aachen nichts wegnehme. „Das ist die gelebte Städteregion, wie sie sein sollte”, lautet seine Interpretation. „Intravis ist ein gern gesehener Betrieb. Die Firma zieht hierher, weil hier die Möglichkeit besteht, zu expandieren und die Potenziale zu nutzen.” Hierzu hat Intravis von der WFG eine rund 10.000 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet Dornkaul gekauft. Für einen weiteren Ausbau hat sich das Unternehmen weitere 5000 Quadratmeter optional gesichert.

Dr. Axel Thomas (WFG) spricht von „einer Ansiedlung wie im Laborfall”. Intravis-Geschäftsführer Fuhrmann habe exakt die Anforderungen bezüglich Grundstückspreis, gewünschte Infrastruktur und dergleichen mehr gegenüber der WFG definiert. Innerhalb weniger Monate sei man sich einig geworden. Laut Bürgermeister von den Driesch zahlt die Firma 82 Euro pro Quadratmeter.

Die Firmenbezeichnung Intravis steht zugleich für das Konzept. „Wir schauen hinein und blicken durch”, sagt Fuhrmann. Das Unternehmen hat Vertriebs- und Serviceniederlassungen unter anderem in den USA, Mexiko, Russland und Indien. Derzeit werde eine Außenstelle in China eingerichtet. Produziert werde aber ausschließlich am derzeitigen wie künftigen Firmensitz in der Städteregion, wobei sich Intravis auch auf Zulieferer im Umfeld stützt, wie der Geschäftsführer sagt. Mit den hochpräzisen und außerordentlich schnellen Prüfsystemen werden Kunststoffverpackungen und Etikettierung namhafter Weltkonzerne wie Coca Cola und Procter & Gamble auf Perfektion geprüft. „Ein perfektes Produkt ist die Visitenkarte für uns und unsere Kunden”, betont Geschäftsführer Fuhrmann.
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