Aachen - Vernissage „Blaue Stunde“: Projekt zu Kunst und Inklusion

Vernissage „Blaue Stunde“: Projekt zu Kunst und Inklusion

Von: Lilian Killmeyer
Letzte Aktualisierung:
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Ausstellung „Blaue Stunde“: Barbara Geier (rechts) stellte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des integrativen Projektes vor. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Pünktlich zur „blauen Stunde“, während der Himmel nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit seine besondere Färbung zeigt, fand in der Halle Görg in der Annastraße die Vernissage eines ganz besonderen Kunstprojekts statt.

Eine mit Kerzen gesäumte Passage führt in den glasbedachten Atelierraum, in dem in warmer, kreativer Atmosphäre beeindruckende Kunstwerke zu sehen sind. Die Ausstellung „blaue Stunde“ ist das Resultat mehrerer Arbeitstreffen von drei Aachener Einrichtungen: der Kunstwerkstatt „willsosein“ der Lebenshilfe Aachen Werkstätten und Service GmbH, der Parzival-Schule und der Galerie „blauer Ezel“ des Vereins „zwischen uns“.

Potraits, Collagen, Aquarelle

Über ein Jahr verteilt entstanden unter dem Hauptthema „blaue Stunde“ Portraits, Collagen, Aquarelle, Ölgemälde und kalligraphische Zeichnungen auf unterschiedlichen Materialien. Das Ziel dieses außergewöhnlichen Projekts war die gemeinsame Arbeit in völlig neuer Formation, das Kennenlernen untereinander und die gegenseitige Unterstützung und Inspiration. „Wir haben Offenheit, Wärme, Konzentriertheit, aber auch Wertschätzung, Freude und Ernst beim gemeinsamen Tun erlebt – wir, die wir sonst im Alltag nicht so viel miteinander zu tun hatten“, erzählt Sabina Heinz von der Galerie „blauer Ezel“.

Die Galerie ist eine inklusive Arbeitsstätte, in der Menschen mit und ohne Handicap nicht nur gemeinsam arbeiten, sondern gleichzeitig Kunst und Kultur erleben und selbst produzieren können. Die Werkstatt der Lebenshilfe Aachen ist eine anerkannte Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die diesen die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht und die Parzival-Schule eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, geistige und emotional-soziale Entwicklung und Sprache.

Die Kooperation zwischen diesen drei Kunstgruppen, die ihre Arbeit statt sozialtherapeutisch lieber sozialkünstlerisch nennen, machte dieses ganz besondere Projekt des gemeinsamen Kunstschaffens möglich und zu einem vollen Erfolg für alle Beteiligten: „Es ist nicht selbstverständlich für Menschen mit Handicap, dass sie anderen Künstlern begegnen und untereinander einen so regen künstlerischen Austausch haben. Sie konnten in einer Weise ihre Kreativität erforschen, die sie sonst nicht unbedingt hätten ausprobieren können – und das völlig ohne Berührungsängste“, begeistert sich Barbara Geier, Mitglied der Kunstwerkstatt „willsosein“.

Musikalisch begleitet wurde der unterhaltsame, bereichernde Abend von Bärbel Ehlert an der Violine und Roger Moreno am Akkordeon von der Gruppe „DaMusica“, deren virtuose Musik sonst oft auf dem Münsterplatz zu hören ist.

Unter den vielen Besuchern herrschte große Begeisterung und Freude an der ausgestellten Kunst und an der Begegnung mit den jungen Künstlern. Je später es wurde, desto weniger der äußerst farbenfrohen und tiefgründigen Bilder hingen noch an den Wänden – denn die Kunstwerke konnten sofort gekauft und mitgenommen werden.

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