Vermittler zwischen Mensch und Technik

Von: Anja Klingbeil
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Aachen. Der interdisziplinäre Studiengang Technik-Kommunikation an der RWTH Aachen feiert zehnjähriges Jubiläum. 1999 wurde er feierlich im Krönungssaal des Rathauses eröffnet.

Statt der erwarteten 35 Studierenden hatten sich 124 junge Frauen und Männer eingeschrieben. Der Studiengang wurde damit schlagartig präsent.

Vater der Idee war Professor Ludwig Jäger, Lehrstuhl für Deutsche Philologie. Bereits im Mai 1987 schlug Jäger vor, an der RWTH einen Studiengang „Technischer Redakteur” einzurichten. „Mit den Vorarbeiten zum Studiengang beginnt - lange vor dem Zukunftsprojekt der RWTH Aachen 2020 - die Öffnung und Ausrichtung der Fakultät 7 hin zu den Ingenieurwissenschaften”, sagt Professor Eva-Maria Jakobs, Koordinatorin des Studiengangs.

Doch was genau verbirgt sich hinter Technik-Kommunikation? „TKler” bilden quasi die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Der Studiengang verbindet die Kompetenzen zweier eher getrennt agierender Welten: Kommunikationswissenschaft (Sprachwissenschaft, Psychologie, Soziologie) und Technik (Informatik, Maschinenbau, Werkstoff oder Elektrotechnik).

Die Zielrichtung ist klar: Die Absolventen sind Transferspezialisten für Technik. Damit steht ihnen ein großer Arbeitsmarkt mit vielen Möglichkeiten offen. „TKler schenken den Menschen eine Technik, die lebens- und liebenswert ist. Und mit der man leicht umgehen kann. Das fängt etwa bei der bedienerfreundlichen Oberfläche von Software oder GPS-Systemen an”, erklärt Eva-Maria Jakobs.

Über 4000 Arbeitsplätze sind im Bereich der Technik-Kommunikation unbesetzt. „Das ist generell jeder zweite Platz”, sagt Eva-Maria Jakobs. Zwar gibt es noch in Chemnitz einen gleichnamigen Studiengang, doch ist das Alleinstellungsmerkmal des TH-Angebots der hohe Technikanteil.

Gute Mathe-Kenntnisse, ein Interesse für Technik, eine gute Ausdrucksweise in Wort und Schrift sowie die Lust am Querdenken sollten Studienanfänger mitbringen. 40 Prozent der 280 Eingeschriebenen sind übrigens Mädchen. Der Anteil ist über die Jahre stetig gewachsen. „Interdisziplinäre Aufgaben bewältigen Frauen oftmals besser als Männer. Sie sind einfach risikofreudiger und gehen auch mal ganz neue Wege”, betont Eva-Maria Jakobs.
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