Verlobten abgestochen: Drei Jahre Haft

Von: wos
Letzte Aktualisierung:
11476521.jpg
DEU , DEUTSCHLAND : Die Goettin Justitia auf dem Roemerberg in Frankfurt DEU , GERMANY : The Justitia goddess in Frankfurt 18.06.2014 DEU Germany the Goddess Justitia on the Roemer mountain in Frankfurt DEU Germany The Justitia Goddess in Frankfurt 18 06 2014

Aachen. Es war offenbar so etwas wie eine verspätete und äußerst brutale Antwort auf einen Heiratsantrag, den der Verlobte der Angeklagten Nermin T. (43) rund 14 Tage zuvor gemacht hatte.

 Kurz vor Jahresende, am 30. Dezember 2015, nahm T. gegen Mittag nach einem langen Streit, bei dem richtig die Fetzen geflogen sein sollen, ein etwa 20 Zentimeter langes Küchenmesser in die Hand und stieß es ihrem Geliebten in die Brust. Mit Glück überlebte der Mitarbeiter einer Imbissbude an der Trierer Straße die Tat, die Klinge verfehlte das Herz des Mannes lediglich um knappe anderthalb Zentimeter. Das am Donnerstag verkündete Urteil fiel mit einem Strafmaß von zwei Jahren und neun Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung recht milde aus. Allerdings muss T. als Auflage eine Entziehungskur absolvieren.

Denn für die Kammer überwogen die strafmildernden Gesichtspunkte, wie der Vorsitzende Richter Arno Bormann in der Urteilsbegründung feststellte. Da die ursprünglich wegen versuchten Totschlags angeklagte Reinigungskraft an jenem Tag sowohl heillos überlastet und überfordert wie auch erheblich alkoholisierte gewesen sein soll, ließ das Gericht Gnade walten und ging juristisch von einem Rücktritt des Tötungsversuchs aus, so dass „nur“ eine gefährliche Körperverletzung als Tatbestand für die Urteilsfindung übrig blieb.

Die 43-Jährige hatte in ihrer Einlassung angegeben, sie wolle sich nun endgültig von ihrem Partner trennen. Schon seit Jahren sei es ein ewiges Hin und Her gewesen, mal sei man zusammen gewesen, mal nicht. In den Wochen vor der Tat habe man aber Nägel mit Köpfen machen und endlich heiraten wollen. Die Möbel wurden bereits geliefert für die neue Wohnung über dem Grill, in dem ihr Verlobter arbeitete, alles schien eigentlich gut.

Doch dies war offensichtlich ein Trugschluss. Zur Art der Beziehung fand dann auch Richter Bormann deutliche Worte: „Dass diese Beziehung nicht funktionierte und nicht funktionieren konnte, hat wohl jeder aus dem Umfeld des Paares gewusst, nur sie selber nicht“, konstatierte der Vorsitzende. „Diese Beziehung hat keine Zukunft, auch wenn das Opfer noch im Prozess versichert hat, dass er die Angeklagte nach wie vor liebt“, empfahl das Gericht unmissverständlich einen Schnitt.

Die Auseinandersetzung vor der Tat hatte bereits in der Nacht zuvor begonnen. Die Angeklagte war offenbar nach seinen Vorwürfen, sie wolle keinen Sex mit ihm haben und sei untreu, so wütend geworden, dass sie begann, seine Klamotten zu zerschneiden. Diese warf sie anschließend hinten und vorne aus den Wohnungsfenstern heraus. Zu guter Letzt zündete sie sogar die Kleider in der Badewanne an. Der Streit wurde morgens unterbrochen, weil sie zur Arbeit musste. Als sie wiederkam, ging es jedoch offenbar weiter. Irgendwann hatte sie dann dass Messer in der Hand. Als er sie fragte „Willst du mich erstechen?“ da tat sie es einfach.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert