Verkehrskontrollen: Schüler zeigen 93 Mal die grüne Karte

Von: Katrin Fuhrmann
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Aufgepasst: Autofahrer, die sich an die Geschwindigkeit hielten, bekamen von Grundschülern in der Luisenstraße eine grüne Karte mit einem fröhlichen Smiley. Verkehrssünder erhielten eine rote Karte. Foto: Michael Jaspers
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Anvisiert: Mit dem Lasermessgerät kontrollierten die Polizeibeamten die Geschwindigkeit der Autofahrer. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die achtjährige Alena und die siebenjährige Dilara stehen auf dem Bürgersteig vor ihrer Schule an der Luisenstraße und schauen dem Polizeibeamten, der gerade das Lasermessgerät aufstellt, aufmerksam zu. Schritt für Schritt erklärt er den beiden Mädchen, wie man mit so einem Gerät die Geschwindigkeit der Autofahrer messen kann. Und dann geht es auch schon los.

Ein Autofahrer fährt mit 23 Stundenkilometern die Luisenstraße entlang. Er wird trotzdem aus dem Verkehr gezogen. Als der Mann die Scheibe öffnet, sagt der Polizist: „Wir messen heute die Geschwindigkeit der Autofahrer an Schulen. Was denken Sie denn, wie schnell Sie gefahren sind?“ Der Mann ist sich sicher, dass er nicht zu schnell war. Und damit behält er Recht. Ein gutes Vorbild also. Dafür bekommt er von Alena und Dilara gleich zwei grüne Karten mit einem lachenden Gesicht. Eine Karte soll der Fahrer an den Kühlschrank hängen, damit er täglich an korrektes Fahrverhalten erinnert wird. Die andere Karte soll im Auto liegen bleiben. Die Polizei erhofft sich dadurch, dass den Fahrern bewusst wird, wie wichtig angemessene Geschwindigkeit ist. Trotz Blitzmarathons und verstärkter Verkehrskontrollen ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten 2014 gestiegen. Auch Unfälle mit Kindern nahmen zu. Daher will die Polizei in Zukunft noch häufiger Geschwindigkeitskontrollen vor Grundschulen ansetzen.

Mehr Sicherheit für die Schüler

Die Grundschule an der Luisenstraße war eine von vier Schulen, vor denen am Dienstag solche Verkehrskontrollen durchgeführt wurden – auch im Hinblick auf Falschparker, die Kindern am Straßenrand die Sicht nehmen. „Es kommt immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder im absoluten Halteverbot aussteigen lassen. Das behindert wiederum Kinder, die die Straße überqueren möchten“, sagt Rektorin Elisabeth Wiedernstritt. Durch Prävention und verstärkte Kontrollen der Polizei erhofft sich ihre Schule künftig mehr Sicherheit für ihre Schüler. Zudem sollen die Kinder im Straßenverkehr aufmerksamer unterwegs sein.

Nicht alle Autofahrer können nach der Kontrolle stolz auf ihr Fahrverhalten sein. Einige halten sich nicht an die Geschwindigkeit und werden ermahnt. Einige Fahrer erkennen ihren Fehler gleich und loben die Aktion der Polizei. „Das ist wirklich eine gute Sache. Eigentlich bin ich froh, dass ich ermahnt wurde. Jetzt achte ich in Zukunft wenigstens wieder auf die Geschwindigkeit“, sagt ein Autofahrer, der mit 36 Stundenkilometern zwar nur leicht über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit lag, aber eben dennoch zu schnell unterwegs war. Dazu gibt es eine rote Karte, die ein trauriges Gesicht mit der Aufschrift „Zu schnell“ zeigt.

Bei den Verkehrskontrollen unter den Augen der Kinder – und der eigens eingeladenen Presse – wurde am Dienstag in erster Linie auf die Geschwindigkeit der Fahrer geachtet. Andere, kleinere Delikte hatten keine Konsequenz. So führte eine Autofahrerin zum Beispiel ihren Hund im Beifahrerfußraum mit. Ein anderer Autofahrer war nicht angeschnallt. Es blieb bei einer Verwarnung.

Am Nachmittag zog die Polizei Bilanz. An vier Schulen in Aachen wurden 150 Autofahrer gemessen. Davon erhielten 93 ein grünes, lachendes Gesicht und nur elf einen roten, traurigen Smiley. Den Rest ließ die Polizei passieren. Auch diese Gruppe war nicht zu schnell – konnte aber aus Zeitgründen nicht mehr zum Präventionsgespräch am Straßenrand herangewunken werden. Dass sich die überwältigende Mehrheit der Autofahrer an die vor Schulen auf 30 Stundenkilometer reduzierte Höchstgeschwindigkeit gehalten hat, war für die Polizei erfreulich. Und Alena, Dilara sowie ihre Mitschüler werden künftig noch etwas wachsamer sein – damit letztlich alle sicherer unterwegs sind.

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