Verkehrsberuhigung am Kronenberg ärgert Anwohner

Von: Robert Esser
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Der Ärger über die engere Straßenführung wächst bei einigen Anwohnern: Architekt Karl Schumacher kritisiert, der Umbau am Kronenberg koste mehr Geld als notwendig - und behindere den Verkehr. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zu dick aufgetragen? Architekt Karl Schumacher wundert sich, dass der Kronenberg, den die Stadt seit 2008 in zwei Bauabschnitten für 1,9 Millionen Euro umbaut, gerade eine mehr als viermal stärkere Asphaltdecke als zuvor bekommt.

Die misst jetzt 26 statt sechs Zentimeter, unter der Straße verdichten die Bautrupps zudem noch eine 34 Zentimeter dicke Frostschutzschicht. Doch nicht wegen der kostspieligen Straßenerneuerung ärgert sich Schumacher mit vielen Anwohnern auf dem Hügel zwischen Vaalser Straße und Amsterdamer Ring über jeden Baufortschritt.

„Tag für Tag wird deutlicher, wie eng die Straße stellenweise wird, weil man breitere Bürgersteige und Bushaltestellen wie Verkehrshindernisse in die Straße hineinbaut”, sagt Schumacher. „Das wird so eng, dass Busse kaum noch aneinander vorbeikommen.”

Der Architekt kritisiert weiterhin, dass die Stadt den Kronenberg seit den 70er Jahren so vernachlässigt habe, bis die Flickschusterei in die Totalerneuerung der Straße münden musste - deren Kosten die Bürger nun zu rund 30 Prozent mittragen sollen. Anlieger müssen als Eigentümer eines 300 Quadratmeter großen Grundstücks mit etwa 900 Euro Gebühren nach dem Kommunalen Abgabengesetz rechnen. Bei Mehrfamilienhäusern sind pro Wohneinheit rund 600 Euro fällig.

„Diese Totalsanierung wäre nicht nötig geworden, wenn man die Straße damals korrekt gebaut hätte. Die fehlerhafte Filterschicht der alten Straße besteht teilweise sogar aus Bauschutt”, sagt Schumacher. „Ich sehe nicht ein, warum das die Anwohner jetzt finanziell ausbaden sollen - und außerdem noch erhebliche Verkehrsnachteile hinnehmen müssen.”

Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Die Verengung von 7,5 auf 6 Meter, verkehrsberuhigende Inseln und Ausbuchtungen sowie breitere Bürgersteige an Schule und Kindergarten seien 2008 von allen Fraktionen - außer der FDP - beschlossen worden. Autofahrer würden auf der glatt asphaltierten Straße sonst zum Rasen verleitet, heißt es. Auf Betreiben der Anwohner habe man zudem zusätzliche zehn Parkplätze eingeplant. Und da der Kronenberg als Straße zur sogenannten Bauklasse 1 gehöre, müsse man wegen der seit den 70er Jahren gestiegenen Frequentierung durch Lkw, Busse und Autos eben stärkeren Asphalt einplanen.

„Weil der Bau der Fahrbahn dadurch mehr Kosten als ein Gehweg verursacht, wird die Umbaumaßnahme durch den schmaleren Straßenverlauf nicht teurer”, argumentiert die Stadt. Schumacher hingegen schätzt, dass der Straßenneubau auch 30 Prozent preiswerter zu haben gewesen wäre. Im Sommer dieses Jahres soll die Baustelle jedenfalls verschwunden sein. Die Klagen einiger Anwohner werden bleiben.
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