Verkehrsader nach Burtscheid wird gekappt

Von: Oliver Schmetz
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Baustellen werden die Aachener auch 2017 begleiten: Am Gasborn soll es gleich nach Karneval richtig losgehen, mit der Kurbrunnenstraße wird im Frühjahr eine wichtige Verkehrsader wegen Kanalarbeiten gekappt. Foto: Michael Jaspers, Stawag
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Baustellen werden die Aachener auch 2017 begleiten: Am Gasborn soll es gleich nach Karneval richtig losgehen, mit der Kurbrunnen-straße wird im Frühjahr eine wichtige Verkehrsader wegen Kanalarbeiten gekappt. Derweil präsentieren Regina Poth (von links), Wolfgang Raabe, Heike Ernst und David Lulley Aachens neue Baustellenschilder. Foto: Michael Jaspers, Stawag

Aachen. Wenn ein ausgewiesener Experte wie Wolfgang Raabe, der bei der Stawag für Netzplanung und Bauprojekte verantwortlich ist, von einer „kritischen“ und „sehr, sehr kniffligen Maßnahme“ redet, bedeutet das in der Regel nichts Gutes. Zumindest für die Autofahrer. Und das ist auch diesmal wieder so.

Denn voraussichtlich ab dem Frühjahr wird sich die Stawag den Kanal unter der Kurbrunnenstraße vornehmen.

„Da müssen wir dringend ran“, unterstreicht Raabe den erheblichen unterirdischen Sanierungsbedarf, der über der Erde für Stillstand sorgen wird. Vollsperrungen werden dort, da ist sich der Experte relativ sicher, „kaum zu vermeiden sein“ – womit zwischen der Einmündung Dammstraße und der Friedrich-Ebert-Allee eine wichtige Verkehrsader von und nach Burtscheid zeitweise gekappt wird. Dass dies erhebliche Verkehrsprobleme mit sich bringt, ist klar.

Die richtigen Umleitungen zu finden, dürfte an dieser Stelle der Stadt einer großen Herausforderung gleichkommen. Aber es gibt keine Alternative. Die dortige Situation und die immer stärker verschärften Arbeitsschutz- und Abstandsregelungen machten eine Sperrung unumgänglich. „Weil die Sicherheitsvorschriften immer umfangreicher werden, brauchen Baustellen immer mehr Platz“, sagt Raabe und prophezeit: „Deshalb wird es eher mehr Vollsperrungen geben.“

Zumal der Sanierungsbedarf nicht sinkt. 790 Kilometer lang ist laut Stawag das Aachener Straßennetz, 800 Kilometer Kanäle befinden sich darunter, die teils vor 100 bis 150 Jahren gelegt wurden. Versorgungsleitungen halten 50 bis 70 Jahre, Asphalt 35 Jahre, was nach Adam Riese bedeutet, dass pro Jahr 20 bis 25 Kilometer Straße zur Baustelle werden müssen. Dabei bemühen sich Stadt und Stawag, wie beide betonen, Hand in Hand zu arbeiten.

In der Regel buddelt sich der Energieversorger erst einmal ins Erdreich, ehe die Stadt dann die Straße wiederherstellt – und oft verschönert. „Wenn unten saniert wird, passen wir danach oben alles den heutigen Richtlinien und Erfordernissen an“, sagt die städtische Abteilungsleiterin Straßenplanung und -bau, Regina Poth. So sei dies zum Beispiel zuletzt am Brüsseler Ring geschehen, wo sich die Nutzer nun über 750 nagelneue Meter Fuß- und Radweg freuen könnten.

Und so soll dies auch im Gasborn geschehen, wo die Stawag in Kürze anfängt zu buddeln und sich der Straßenraum, so Poth, „in desolatem Zustand befindet“. Richtig losgehen soll es aber erst nach Karneval, versichert Raabe. Über die Details des Großprojekts in der kleinen Straße werden die Anwohner am Dienstag, 24. Januar, informiert (19 Uhr, Novotel Aachen City).

Außerdem steht eine Reihe weiterer Maßnahmen im ersten Halbjahr 2017 an: Da die Hohenstaufenallee früher fertig werden soll, nimmt sich die Stawag die Leitungen in der Schillerstraße wohl schon ab Mai vor. Ab Juli/August ist der Kanal unter dem Prager Ring an der Reihe, wo es zwar Beeinträchtigungen, aber keine Vollsperrung geben soll. Außerdem wird unter anderem in der Harscamp-straße und Beeckstraße, am Kaiserplatz, in der Salierallee zwischen Mühlental und Malmedyer Straße, in der Lintertstraße und in der Südstraße gebuddelt.

Dass alle Planung aber auch schnell Makulatur sein kann, zeigt das Beispiel Lousbergstraße/Roermonder Straße: Dort habe man bei einer Routinekontrolle „einen sehr schadhaften Kanal“ entdeckt und müsse nun vermutlich „schnell reagieren“, so Raabe: „Es kann sein, dass wir da schon im März oder April anfangen müssen.“ Um in solchen und allen anderen Fällen die Bürger schneller und besser informieren zu können, haben Stadt und Stawag im Übrigen eine neue Beschilderung ersonnen, die ab sofort Aachens Baustellen schmücken soll. „Betriebe sind erreichbar“, heißt es darauf zum Beispiel, oder „Wir bauen für Aachen“.

Ob das im Zweifel von Staus genervte Autofahrer besänftigt, muss wohl dahingestellt bleiben. Aber immerhin wissen diese dann sofort, wo sie ihren Ärger abladen oder sich über die jeweilige Maßnahme informieren können: Denn die jeweiligen Kontakttelefonnummern bei Stadt und Stawag werden auf den Schildern ebenso genannt wie die voraussichtliche Dauer der Baumaßnahme. Diese Schilder sollen auch an den jeweiligen Umleitungsstrecken angebracht werden, wo die Anwohner nur indirekt – etwa durch Halteverbote – von einer Baustelle betroffen sind. Die Absicht, die dahinter steckt, erklärt die Leiterin Straßenverkehr und Sondernutzungen bei der Stadt, Heike Ernst: „Wir wollen in Zukunft die Bürger über eine bessere Kommunikation besser mitnehmen.“

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