Verkaufssonntage: Handel kritisiert Verdi

Von: Stephan Mohne
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„Stadt attraktiv halten“: Jörg Hamel vom Handeslverband kritisiert die Klageandrohung von Verdi bei verkaufsoffenen Sonntagen.

Aachen. Die Gewerkschaft Verdi will auch in Aachen gegen mehrere verkaufsoffene Sonntage klagen. Das hat Gewerksschaftssekretär Mathias Dopatka bereits gegenüber unserer Zeitung angekündigt.

Betroffen davon sein könnten zum Beispiel alle Termine in der Innenstadt bis auf jenen, der im Rahmen des Weihnachtsmarktes am 10. Dezember stattfinden soll. Verdi ist prinzipiell gegen Sonntagsöffnung und sieht in Anlässen wie dem Altstadtflohmarkt und dem „Tag der Vereine“ Widersprüche zu aktuellen höchstrichterlichen Urteilen.

Diese Ankündigung stößt jedoch dem Handel sauer auf: „Mittlerweile hat sich die Lage des Einzelshandels auch in Aachen radikal verändert“, sagt Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands Aachen-Düren-Köln.

Täglich gebe es Hiobsbotschaften von Händlern, die die Segel streichen müssen. Selbst in guten innerstädtischen Lagen müssten viele Traditionsbetriebe aufgeben. „Auch in der Aachener Innenstadt sind die Leerstände längst nicht mehr zu übersehen“, unterstreicht Hamel. Speziell in Aachen komme neben dem Internet auch noch die Konkurrenz im benachbarten Ausland dazu. Dort würden teils „keine Sonn- und Feiertage ausgelassen, um die Waren anzubieten“. Und der Sonntag sei auch der Tag mit den stärksten Umsätzen im Onlinehandel.

Dass Verdi jetzt beispielsweise eine Klage gegen Verkaufssonntage aus Anlass des Altstadtflohmarktes ankündige, sei „kurios“. So sehe Verdi den Antrag als juristisch nicht haltbar an, „obwohl man ihn noch gar nicht gelesen hat“. Verdi hatte die aktuellsten begründungen des Märkte und Aktionskreises City noch nicht offiziell von der Stadt erhalten. Auch das Argument, der Flohmarkt sei ein kommerzielles Ereignis und somit nicht als Begründung geeignet, ziehe nicht. So sehe beispielsweise die NRW-Landtagsfraktion der Grünen es so, dass „Flohmärkte ein sehr preiswertes Wochenendvergnügen“ darstellten.

Hamel betont, dass auch der Handel die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhalten wolle. „Wir sind aber auch der Meinung, dass man immer genau hingucken sollte und auch die Besonderheiten eines Standorts wie Aachen mitberücksichtigen muss – und das zum Wohle aller!“ Die Öffnung der Geschäfte an einem Sonntag sei eine „zusätzliche Serviceleistung, die mit dazu beiträgt, eine Stadt attraktiv zu halten“, so der Geschäftsführer des Handelsvebandes.

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