Aachen - Verkauf von Christbäumen läuft schleppend

Verkauf von Christbäumen läuft schleppend

Von: Robert Esser
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„Die goldenen Zeiten sind seit etwa 2003 vorbei”: Rund 1000 Weihnachtsbäume verkauft Herbert Brandt seitdem pro Jahr im „Tannenparadies” an der Jülicher Straße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Wetter lässt die Weihnachtsbaumverkäufer - an dutzenden Ständen in Aachen - derzeit ganz schön im Regen stehen. „Ich bin seit einer Woche jeden Tag klatschnass geworden”, klagt Michael Elsen, der seine Tannen und Fichten seit 17 Jahren an der Jakobskirche verkauft.

„Und klatschnasse Bäume will sich keiner ins Auto legen.” Am anderen Ende der Stadt, an der Jülicher Straße, warten Helmut und Rita Brandt im „Tannenparadies” auf Kunden. „Die goldenen Zeiten sind seit etwa 2003 vorbei”, klagt Brandt. Er hofft auf den angekündigten Wetterumschwung. Klirrend kalt und trocken, am besten mit ein paar Schneeflocken: Das sei das optimale Klima für den Weihnachtsbaumverkauf, sagt das Aachener Urgestein. „Die Leute werden schon noch kommen.”

Rund 1000 Bäume will Brandt dieses Jahr loswerden. Aber das Geschäft wird schwieriger. An Kaufhäusern lockt vielfach Billigware aus Dänemark. Und die zehn lizensierten Händler auf öffentlichen Straßen und Plätzen müssen neben knappen Gewinnmargen auch die Sondernutzungsgebühren der Stadt - je nach Standort zwischen sechs und zehn Euro pro Quadratmeter - einkalkulieren.

Dabei sind die Gesamtumsätze gigantisch: Die knapp 82 Millionen Einwohner Deutschlands leben laut Statistischem Bundesamt in 40,1 Millionen Haushalten. Die Weihnachtsbaumbranche setzt jährlich rund 23 Millionen Bäume ab - ergibt mindestens einen Christbaum für jeden zweiten Haushalt. Für Aachen würde dies bedeuten, dass insgesamt mehr als 60.000 Bäume in kaiserstädtischen Wohnzimmern glänzen.

Kein Preisaufschlag

Die frohe Botschaft vor Heiligabend: Dem durchschnittlichen Preisaufschlag, den die Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) 2009 offiziell auf zwei Euro pro laufenden Meter Nordmanntanne beziffert, scheinen Aachener Händler nicht zu folgen. Die AGDW veranschlagt für eine zwei Meter große Nordmanntanne 36 bis 42 Euro. Bei Händlern wie Brandt und Elsen kosten die guten Stücke 28 bis 32 Euro. Auf Christbaum-Internetseiten wie tannenbaum.de sind schon für 175 Zentimeter Nordmann 40 Euro fällig.

Allerdings leiden die Anbieter auf der Straße - anders als die Internet-Konkurrenz - zusätzlich unter wachsender Diebstahlgefahr. „Mit 30 bis 40 Bäumen Schwund muss man schon rechnen”, sagt Elsen. „Wenn drei Meter große Pracht-Nordmänner mit einem Einzelverkaufspreis von 70 bis 75 Euro geklaut werden, geht das ganz schön ins Geld”, fügt Brandt hinzu.

Die Händler, die ihre Ware aus dem Sauerland und dem belgischen St. Vith beziehen, setzen übrigens ausschließlich auf frisch geschlagene Weihnachtsbäume. Die halten nicht nur länger, sondern beugen einer ganz anderen Gefahr vor: der Weihnachtsbaum-Allergie. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund reagieren nämlich immer mehr Menschen ziemlich verschnupft auf Harz. Unabhängig vom Regen.

Viele Verkaufsstände für Weihnachtsbäume

An zehn öffentlichen Standorten dürfen Händler gegen eine Sondernutungsgebühr auf Straßen und Plätzen Weihnachtsbäume: Adalbertsteinweg, Kaiserplatz, Josefplatz, Danziger Straße, Jakobstraße (an der Jakobskirche), Alexanderstraße, Kapellenstraße, Kurhausstraße, Neumarkt und Steffensplatz. Außerdem gibt es verkaufsstände auf Privatgrundstücken - etwa an der Jet-Tankstelle, Jülicherstraße, und auf den Parkplätzen von Kaufhäusern.

Seinen Weihnachtsbaum selber schlagen kann man zum Beispiel im Forstbetrieb Falk Brück, Wilbankstraße (Aachen-Sief), am dritten und vierten Adventswochenende, 9 bis 16 Uhr.
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