„Verhüllt Enthüllt”: Vom Umgang mit ganz besonderem Stoff

Von: André Schaefer
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Ausstellung von Claudia Merx:
Ausstellung von Claudia Merx: In der Domschatzkammer sind ihre außergewöhnlichen Stücke zu sehen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auf den ersten Blick sind es unscheinbare Textilen. Schlichte Textilstücke, einfache Tücher, die kaum Eindruck erwecken. Doch diese Beschreibung wird Claudia Merx aktueller Ausstellung in der Domschatzkammer nicht gerecht.

Es geht um Tiefe, um Inhalte, um Geschichten. Anlässlich der Heiligtumsfahrt 2014 präsentiert Merx derzeit ihre Ausstellung „Verhüllt Enthüllt - Textile Objekte und Installationen”.

Alle sieben Jahre stehen die Hauptreliquien des Aachener Doms bekanntlich im Mittelpunkt der Heiligtumfahrt. Windel und Lendentuch Christi oder das Kleid der Gottesmutter werden zu diesem Anlass verehrt. Kurzum: Textilstücke, deren Kostbarkeit durch ihre Geschichten zum Vorschein kommt. Und um jene Kostbarkeit geht es in diesen Tagen auch bei den Werken der Textilkünstlerin Claudia Merx.

Bis zum 8. Juli ist ihre Ausstellung zu sehen. Reliquienhüllen, Tücher und durch handgeschmiedete Nägel durchdrungene Filztücher sind nur einige erwähnte Gegenstände der Ausstellung, die sich auf drei Etagen ausbreitet und sozusagen in Dialog tritt mit Werken vergangener Zeiten.

Sie inspirieren den Beobachter; und sie werfen die Frage auf, welche Bedeutung Textilien für den Menschen haben. „Textilien bewahren Geschichten. Sie verhüllen etwas und tragen Spuren eines vergangenen Menschenlebens”, betont Dr. Georg Minkenberg, Leiter der Domschatzkammer. „Ich denke, auf die Besucher wartet eine der schönsten Ausstellungen unserer Räumlichkeiten”, fügt er hinzu.

Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung war auch Prof. Dr. Brigitte Tietzel erschienen. Für die ehemalige Direktorin des Deutschen Textilmuseums Krefeld sei die Domschatzkammer wie geschaffen für die Ausstellung. „Das Licht der Domschatzkammer wirft ein besonderes Licht auf die Werke von Claudia Merx”, so Tietzel.

Tatsächlich erscheinen einfache zusammengenähte Mullbinden, erhältlich in jeder Apotheke, in einem ganz besonderen Licht. „Schon als Kind hatte ich die Begeisterung, mit der Nähmaschine zu spielen. Ich finde es faszinierend, was man aus so einem Material alles machen kann. Dass ich meine Werke hier in der Domschatzkammer ausstellen darf, ist für mich persönlich ein echtes Highlight”, freut sich Merx.
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