Vergewaltigten Frauen noch besser helfen

Von: Birgit Broecheler
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Aachen. Vergewaltigten Mädchen oder Frauen fällt es oft schwer, mit Familie oder Freunden über ihre Gewalterfahrungen zu reden und sich Unterstützung zu holen.

Für sie ist der Gang zu einem Hilfsverein oder einer Beratungsstelle oftmals der einzige Weg, um über ihr traumatisches Erlebnis sprechen zu können. Solch eine Institution ist der Frauennotruf Aachen. Fast 200 Opfern von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung haben die Mitarbeiterinnen im vergangenen Jahr mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

„Jedes Opfer von sexueller Gewalt hat auch ein Anrecht auf qualifizierte Begleitung in Strafverfahren”, sagt Monika Bulin vom Frauennotruf. Die Qualität der Betroffenenbegleitung sei jedoch innerhalb der verschiedenen Institutionen recht unterschiedlich. Um das zu ändern, hat Bulin in Zusammenarbeit mit Vertretern von Beratungsstellen in ganz Deutschland Mindeststandards für die psychosoziale Begleitung von Betroffenen ausgearbeitet. Ein Prozess, der sich über sechs Jahre zog und dazu beitragen soll, das Leistungsangebot von Beratungsstellen transparenter zu machen. Nicht nur für die Opfer, sondern auch für Kritiker dieser Hilfsangebote. „Uns wurde oftmals unterstellt, dass wir Frauen manipulieren. Aber wir nehmen definitiv keinen Einfluss auf Aussageninhalte”, erklärt Bulin.

Die Mindeststandards legen Ablauf und Bestandteile der Beratung fest, aber auch die Qualifikation des Personals, die Vorstellung bei der Polizei und die Vorbereitung auf den Gerichtsprozess. Zugleich bieten sie aber auch den an den Ermittlungen und im späteren Gerichtsverfahren beteiligten Behörden wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten noch mehr Einblick in die Arbeit des Frauennotrufs.

Als Sprecherin der Arbeitsgruppe stellt Monika Bulin die Mindeststandards Ende November bei einer Fachtagung des Arbeitskreises der Opferhilfen in Berlin vor. Sie hofft, dass das Regelwerk bald als bundesweite Norm anerkannt wird. „Denn wenn es bundesweite Standards gibt, verändert sich auch die Anerkennung unserer Arbeit”, so die Sozialpädagogin.

Alle Standards im Netz unter www.frauennotruf-aachen.de
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