Aachen - Verfahren ist eingestellt, aber Geldbußen für Alemannia-Fans

Verfahren ist eingestellt, aber Geldbußen für Alemannia-Fans

Von: wos
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Nach einem Spiel beim VfB Stuttgart II trafen 2012 bei Pforzheim rechte Anhänger der Karlsbande auf linke Aachen Ultras. Nachspiel vor Gericht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein gerichtliches Nachspiel in Sachen Karlsbande und Alemannia Aachen hat am Freitag vor dem Jugendschöffengericht in Aachen stattgefunden. Dort waren drei Jugendliche wegen versuchter Körperverletzung und Sachbeschädigung angeklagt. Zwei von ihnen kamen mit einer Geldbuße und einer Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit davon. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten wurde ohne Verhängung einer Geldbuße eingestellt.

Bei der Verhandlung unter Vorsitz von Richterin Katrin Thierau-Haase wurde kurz vor Beginn des Prozesses die Öffentlichkeit ausgeschlossen, dies zum Schutz der angeklagten Jugendlichen, wie Gerichtssprecherin Daniela Krey auf Anfrage unserer Zeitung erklärte.

Die Anklage gegen die drei beruht auf einem Vorfall vom 17. November 2012, als rund 200 Fans – darunter ein Bus mit Mitgliedern des umstrittenen Fanclubs Karlsbande Ultras – auf dem Weg von einem Drittligaspiel beim VfB Stuttgart II zurück nach Aachen waren. An einem Rastplatz auf der Autobahn 8 bei Pforzheim traf der Bus gegen 17 Uhr auf einen Pkw mit Mitgliedern einer anderen Fan­gruppierung. In dem Pkw saßen fünf Mitglieder der dem linken Spektrum zugerechneten Aachen Ultras.

Als die Mitglieder der Karlsbande die Aachener Ultras erkannten, hieß es damals in Polizeiberichten, hätten sie den Wagen angegriffen und versucht, die feindlichen Fans aus dem Wagen zu ziehen. Doch die gaben Gas und fuhren davon, nur das Fahrzeug und nicht die Insassen sollen dabei Blessuren abbekommen haben, eine Bierflasche habe beispielsweise die Windschutzscheibe demoliert.

Die Geschädigten erstatteten damals Anzeige in einer nahen Polizeidienststelle, der Fanbus wurde noch während der Fahrt von der Polizei abgefangen und dann bis zur Raststätte Aachener Land durch insgesamt drei Bundesländer eskortiert.

Von da wurden die Verdächtigen auf dem Polizeipräsidium in Aachen einvernommen. Dabei waren zwölf der möglichen Gewalttäter den Behörden aus der Datei „Gewalttäter Sport“ bekannt und galten als gewalttätig. Gegen alle Businsassen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung in Pforzheim eingeleitet.

Wer nun in dem vorliegenden Verfahren aus dieser Gruppe angeklagt war, konnte wegen der bestehenden Nichtöffentlichkeit nicht ermittelt werden. Das Verfahren – zunächst angesetzt auf drei Verhandlungstage – ging jedoch bereits Freitagnachmittag glimpflich für die Angeklagten aus. Der Verdacht der versuchten Körperverletzung und Sachbeschädigung konnte nicht genügend erhärtet werden, begründete Gerichtssprecherin Krey.

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