Vereitelter Sprengstoffanschlag: Staatsanwalt klagt an

Von: zva
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Aachen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat gegen einen Heranwachsenden und einen Erwachsenen Anklage wegen Vorbereitung eines Explosionsverbrechens, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung und Sachbeschädigung erhoben.

Sie wirft den Angeschuldigten vor, Sprengkörper aus pyrotechnischen Gegenständen und Glasscherben gebaut zu haben, die bei einer Zündung in der Nähe von Menschen zu gravierenden Folgen geführt hätten.

Die Sprengkörper sollten am 1. Mai 2010 bei einer Demonstration der rechten Szene gegen Polizeibeamte oder Gegendemonstranten eingesetzt werden. Durch eine polizeiliche Vorkontrolle wurde die Tat verhindert.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten beide Angeschuldigte Anfang August 2010 mehrere Gebäude und Objekte mit roter Farbe und Hakenkreuzen beschmiert. Auf die Mauer des Jüdischen Friedhofs Aachen hätten die Angeschuldigten zusätzlich die Worte „Den Juden den Gashahn aufdrehen” gemalt.

Die Fensterscheibe des Parteibüros „Die Linke” beschmierten die Angeschuldigten laut Staatsanwaltschaft unter anderem mit „SED” und „Mauermörder”, die Scheiben des Parteibüros Bündnis90/Die Grünen mit „NSDAP”. Weiterhin hätten sie eine Werbetafel des Aachener Zeitungsverlages mit einem Hakenkreuz und den Worten „Die Presse lügt!” bemalt. Schließlich hätten sie an drei Rollläden eines Wohnhauses in Aachen ein Hakenkreuz gemalt.

Die Angeschuldigten seien bis zu ihrer Festnahme in der „rechten Szene” aktiv gewesen und hätten der „Kameradschaft Aachener Land” nahegestanden. Der Heranwachsende befinde sich seit dem 1. September in Untersuchungshaft, der Erwachsene seit dem 22. September.

Zu den Anklagevorwürfen hat sich der Heranwachsende dahingehend eingelassen, dass er die Sprengkörper „spontan” hergestellt und sich „nie Gedanken gemacht” habe. Der Erwachsene habe sich bislang nicht eingelassen.

Das Landgericht - große Jugendkammer - Aachen ist laut Staatsanwaltschft zurzeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens befasst. Bei Zulassung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage sei in Kürze mit einer Verhandlung des Falls zu rechnen.
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