Vereint oder nicht vereint? Das ist die Frage

Von: Robert Esser
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Hier künftig alles aus einer Hand? Nicht nur für das Marketing von Aachen Tourist Service sowie Märkte und Aktionskreis City in Sachen September Special, Stadtmuseum und Weihnachtsmarkt werden nun sinnvolle Synergien diskutiert. Foto: Michael Jaspers, Andreas Steindl
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Hier künftig alles aus einer Hand? Nicht nur für das Marketing von Aachen Tourist Service sowie Märkte und Aktionskreis City in Sachen September Special, Stadtmuseum und Weihnachtsmarkt werden nun sinnvolle Synergien diskutiert.

Aachen. Der Eine verantwortet Highlights wie Weihnachtsmarkt und September Special, der Andere Tourismusrekorde und die Carolus Thermen. Weil der Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City (MAC), Manfred Piana, Ende dieses Jahres und der Geschäftsführer von Aachen Tourist Service (ATS) sowie Kur- und Badegesellschaft (Kuba), Werner Schlösser, Ende September 2015 in den Ruhestand gehen, dreht sich jetzt nicht nur das Personalkarussell.

Vielmehr geht es in vielen Gesprächen hinter verschlossenen Türen darum, wie diese für Aachen so ungeheuer bedeutsamen und lukrativen Geschäftsbereiche neu ausgerichtet werden könnten.

„Ja, wir denken mit allen Partnern und Akteuren darüber nach, wie wir womöglich durch neue Strukturen noch effektiver für die Stadt Aachen arbeiten können“, bestätigt Oberbürgermeister Marcel Philipp auf Anfrage der Aachener Zeitung. „Es gibt dabei keinen Zeitdruck. Und wir überlegen tatsächlich absolut ergebnisoffen. Das heißt: Womöglich bleibt alles beim Alten, wenn wir feststellen, dass dies die beste Variante ist“, sagt er. Gleichwohl räumt er ein, dass der doppelte Personalwechsel wohl ein günstiger Zeitpunkt für eine potenzielle Neuausrichtung wäre. Wobei Piana und Schlösser entscheidend in die Strategieentwicklung für die Zeit nach deren Amtsende eingebunden sind.

Schlösser will seine Vorschläge nun systematisch und mit Ruhe ausarbeiten. Er favorisiert eine Trennung der von ihm seit Jahren in Personalunion vereinten Geschäftsführungen für den Verein Aachen Tourist Service (25 Mitarbeiter und 50 Stadtführer, zuständig für touristisches Marketing, Hotelbuchungen und vieles mehr) sowie die städtische GmbH Kur- und Badegesellschaft (50 direkte Mitarbeiter allein in den Carolus Thermen). Die gemeinsame Geschäftsführung für ATS und Kuba – vor 30 Jahren von Dieter Philipp, dem Vater des heutigen OB, forciert – habe damals Sinn gemacht.

„Bis heute sind die Aufgaben in beiden Bereichen aber um ein Vielfaches gewachsen. Man sollte deswegen zwei Geschäftsführer oder Geschäftsführerinnen berufen“, sagt Schlösser. Seine Stellvertreterin ist Gabriele Philipp, Ehefrau des amtierenden OB. Ob sie ihren Hut in den Ring wirft, oder ob die Positionen ausdrücklich auch für auswärtige Bewerber ausgeschrieben werden, ist offen.

Wichtig ist Schlösser, dass der Aachen Tourist Service nach Rekordbesucherzahlen im Karlsjahr 2014 weiterhin auf höchstem Niveau werben und agieren kann. Dazu fehlt Geld. Unsicher ist zudem, ob der Verein nach einen zunächst gewonnenen Rechtsstreit auch in Zukunft Steuervorteile für seine Service-Leistungen genießt. „All das kommt in Ruhe auf den Prüfstand. Es sind da ganz verschiedene Wege und Modelle denkbar“, erklärt Schlösser.

Dies gilt auch für eine engere Kooperation, womöglich einen Zusammenschluss mit dem Märkte und Aktionskreis City. „Gerade im Bezug auf gemeinsame große Marketingkampagnen für die Einkaufsstadt Aachen kann man da vieles neu denken“, sagt der OB. Und betont erneut: „Entschieden ist nichts.“ Dass der MAC – ein Zusammenschluss von Gewerbetreibenden, Einzelhändlern und Gastronomen – vor allem durch Pachterlöse auf dem Weihnachtsmarkt erkleckliche Summen einnimmt, weckt anderswo Begehrlichkeiten.

Doch Piana – der auch Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes ist – warnt: „Davon finanzieren wir unter anderem große Events wie die Konzertserie September Special und die Werbeaktionen für die verkaufsoffenen Sonntage. Am Ende des Jahres steht in der Bilanz eine schwarze Null. Verfügungsmasse bleibt da keine“, erklärt er. Und auch der MAC-Geschäftsführer betont: „Die Gespräche mit dem OB und den anderen Akteuren beginnen gerade erst. Da muss man vieles in Ruhe abwägen.“

Übrigens: Der MAC entwickelte sich in den 70er Jahren als Ausgründung über den damaligen Verkehrsverein Bad Aachen, der 2007 zum Aachen Tourist Service wurde, wie sich Schlösser erinnert. Parallelen historischer Natur gibt es also einige. Wie man ab 2016 zusammenfindet, wird sich zeigen – auf die eine oder andere Weise.

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