Verbraucherzentrale: Vor allem das Internet sorgt für Probleme

Von: Felicitas Geßner
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Aachen. Ob dubiose Gewinnspiele, am Telefon aufgeschwatzte Stromverträge oder als neueste Betrügermasche die „App-Abzocke” beim Smart Phone - auch im vergangenen Jahr gab es Turbulenzen im Verbraucheralltag.

„Wir hatten 2011 mit insgesamt knapp 24 000 Anfragen einen kleinen Rückgang zu verzeichnen, dafür aber eine starke Zunahme an individueller Beratungsleistung”, erklärte Jutta Reimnitz, Leiterin der Beratungsstelle Aachen der Verbraucherzentrale NRW, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2011. So wäre zunehmend spezialisiertes Wissen in oft sehr komplexen Zusammenhängen gefragt.

Fast die Hälfte aller Anfragen kamen 2011 aus dem Bereich Telekommunikation. Langes Warten auf den schnellen Internet-Anschluss, Pannen beim Internet- und Telefonanschluss bei einem Umzug oder Anbieterwechsel, mangelnder Service der Telekommunikationsunternehmen - die Liste der Beschwerden und Anfragen bei der Verbraucherzentrale scheint endlos.

Doch jetzt sieht die Verbraucherberatungsstelle in Aachen verbraucherfreundliches Licht am Ende des Tunnels. „Seit dem 1. Mai wurde das Telekommunikationsgesetz so geändert, dass nun problemlos die alte Telefonnummer beim Umzug mitgenommen werden darf. Auch darf die Leitung bei einem Anbieter-Wechsel nur noch einen Tag unterbrochen sein”, sagte Mitarbeiterin Martina Wagner.

Und noch ein neues Gesetz soll Verbrauchern künftig mehr Schutz bieten: Die Forderungen von Drittanbietern dürfen seit Mai nicht mehr per Handy abgerechnet werden. Ein großes Thema waren Ende 2011 die Beratungen der Verbraucherzentrale zum Thema „P-Konto”. Das Pfändungsschutzkonto soll bei Kontopfändungen die für die Sicherung des Existenzminimums notwendigen Freibeträge erhalten.

In vielen Beratungsgesprächen, Sondersprechstunden und Dialog mit Kreditinstituten konnte die Verbraucherzentrale in Aachen noch kurzfristig vielen Betroffenen helfen. „Ein runder Tisch mit Vertretern aller Schuldnerberatungen in der Städteregion und den Geldinstituten, wo auf viele Probleme bei der Umsetzung des P-Kontos hingewiesen wurde, war sehr hilfreich„, erklärte Jutta Wedrich, zuständig für die Schuldnerberatung. Sie schätzt, dass es allein in Aachen tausende von P-Kontos gäbe, einer der Gründe sei die steigende Altersarmut.

Oft angefragt wurde 2011 ebenfalls die Energieberatung. Ob Solarstrom-Check oder Feuchte-Diagnose oder einfach die Erfassung und Bewertung des Energieverbrauchs - die Verbraucherzentrale bietet viele Beratungen an, von der Benennung kleiner Schwachstellen beim Energieverbrauch bis hin zu den großen Baustellen. „Wir erstellen auch ganze Fahrpläne zum Energiesparhaus”, sagt Energieberaterin Maria Feldhaus.

Im Juli 2011 feierte die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Aachen ihr 20-jähriges Bestehen. Im Oktober folgte der Umzug der Beratungsräume zum Kapuziner Karree. „Wir werden die Einhaltung der neuen Telekommunikations-Gesetze im Auge behalten und kümmern uns zurzeit intensiv um das Thema ,Energie-Armut, denn wegen der hohen Energiekosten können viele ihre Rechnungen hierzu nicht mehr bezahlen”, macht Reimnitz einen Ausblick auf das laufende Jahr.
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