Aachen - Verbraucherzentrale: Hacker werden immer dreister

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Verbraucherzentrale: Hacker werden immer dreister

Von: Kathrin Albrecht
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Jahresbericht der Verbraucherzentrale offenbart einen besorgniserregenden Trend: Vor allem im Online-Bereich steigt der Beratungsbedarf. Symbolbild: dpa Foto: Ole Spata /dpa

Aachen. Viel zu tun gab es 2014 für die Verbraucherzentrale. Das zeigt der Jahresbericht „Zwanzig14“, den die Aachener Berater vorstellten. 12.821 Ratsuchende kamen zum Gespräch in die Beratungsstelle, 18.374 suchten online Hilfe bei Fragen zu unseriösen Vertragsabschlüssen oder Phishing-E-Mails.

Dabei nimmt besonders die Rechtsberatung einen hohen Anteil ein. 1515 Beratungen führte man am Aachen-Münchener Platz durch, über ein Drittel davon wandten sich mit Rechtsfragen zu Handy-, Internet- oder Telefonverträgen an die Berater, erläutert Ulrich Isfort, kommissarischer Leiter der Verbraucherzentrale.

Ein besorgniserregender Trend sei auch die Zunahme der Phishing-E-Mails. Hacker kopieren dabei offizielle Anschreiben auch etablierter Unternehmen, tarnen diese als Rechnung oder Mahnung und versuchen durch schadhafte Links oder Anhänge, geheime Kundendaten abzugreifen. „Zu Beginn ließen sich diese E-Mails noch deutlich als Fälschungen erkennen, weil sich die Rechtschreibfehler häuften oder die Schreiben nur allgemeine Floskeln enthielten. Inzwischen hat sich die Qualität deutlich verbessert, teilweise werden die vermeintlichen Kunden auch persönlich angesprochen“, erklärt Beraterin Hanna Pick.

Unternehmen wie DHL, Amazon, Postbank oder Paypal seien betroffen. 80.293 solcher E-Mails leiteten Kunden an die Verbraucherzentrale NRW weiter. „Die Tendenz nimmt zu, weil Verbraucher zunehmend im Internet handeln“, sagt Isfort. Rechnungen seien oft nur noch online abrufbar, Kunden wählen Online-Banking, um Gebühren zu vermeiden.

2270 Ratsuchende nahmen 2014 die Schuldner- und Verbraucherberatung in Anspruch. Vor allem, wenn durch Pfändungen die eigene Existenz bedroht ist, suchen Menschen Hilfe bei Jutta Wedrich. 127 Bescheinigungen stellte sie aus, um den Grundfreibetrag für das Pfändungsschutzkonto zu erhöhen. „Die Schuldner werden älter und auch die Schuldenbeträge werden höher“, bilanziert Jutta Wedrich.

Auch Energieberatung

Seit 2013 berät die Verbraucherzentrale auch Menschen, die ihre Strom- und Gasrechnungen nicht bezahlen können. 2014 wurden 107 Haushalte beraten, in 92 Fällen konnte eine Stromsperre verhindert oder aufgehoben werden. „Rund ein Drittel der Betroffenen von Energiearmut sind erwerbstätig, gehören zu den sogenannten working poor“, sagt Beraterin Martina Wagner.

Energie sparen stand im Mittelpunkt der Aktion „Energieberatung bei Ihnen zu Hause“, die Hauseigentümer einen Überblick über Baumaßnahmen bis hin zur Grundsanierung geben sollte. 41 Hauseigentümer nahmen das Angebot in Anspruch. „Wir erreichen damit eine Zielgruppe, die wir sonst nicht erreichen und können einen Anstoß geben, was an der Immobilie noch zu tun ist, auch im Hinblick auf Barrierefreiheit“, bilanziert Beraterin Maria Feldhaus.

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