Vennbahnweg: Der Abfall-Wall ist verschwunden

Von: Stefan Herrmann
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Der Wall muss weg: 70000 Euro Mehrkosten fallen für die Stadt an, weil der der nicht rechtens aufgetürmte Aushub am Vennbahnradweg wieder angepackt werden muss. Foto: Michael Jaspers
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Der Wall muss weg: 70000 Euro Mehrkosten fallen für die Stadt an, weil der der nicht rechtens aufgetürmte Aushub am Vennbahnradweg wieder angepackt werden muss. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Als aus ganz gewöhnlicher Erde entlang des Vennbahnradwegs plötzlich Abfall wurde, war die Empörung im Mai bei Politik und Bürgern groß. Die Stadtplaner mussten eine peinliche Panne eingestehen: Der Erdwall, der beim Bau des Premium-Radwegs zwischen Schmithof und belgischer Grenze aufgeschüttet worden war, ist nicht rechtens.

 Nun ist der Fehler behoben worden. Seit Oktober sind schwere Baufahrzeuge statt Radler über die Trasse gerollt und haben den knapp 20.000 Tonnen schweren und anderthalb Kilometer langen Wall wieder abgetragen. Im Rathaus rechnet man mit Mehrkosten von 70.000 Euro, wie Axel Costard vom Presseamt auf AZ-Anfrage mitteilte. „Ziel war es, Kosten zu sparen. Das ist leider nicht gelungen.“ Die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen.

Die städtischen Planer hatten bei der Idee, den Aushub, der beim Bau des Radweg-Stücks angefallen war, gleich neben der Strecke als Wall aufzutürmen, ein wichtiges Detail nicht im Blick: Die Stelle ist eine ausgewiesene Wasserschutzzone. Und laut Verordnungen werden in diesen Gebieten abgetragene Erdmassen sozusagen zu Abfall – und müssen auf einer Deponie entsorgt werden. „Diese Kosten sind letztlich von vornherein unumgänglich gewesen“, sagt Costard. Und die hätten bei 600.000 Euro gelegen. Da die Bauarbeiter nun erneut anrücken mussten, entstehen die zusätzlichen Kosten von 70.000 Euro. Doch hofft man in der Verwaltung noch, dass der Gesamtbetrag am Ende doch etwas geringer ausfallen wird.

Dass überhaupt Bodenschichten für die Radtrasse abgetragen werden mussten, war, wie die Verwaltung im Frühsommer mitteilte, auf vertragliche Regelungen mit der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) zurückzuführen. Ihr gehört die benachbarte Bahnstrecke. Der Radweg sollte aus Sicherheitsgründen mindestens einen halben Meter unterhalb der Schienenoberkante liegen. Pläne, die Schiene wieder zu aktivieren, gebe es aktuell nicht, erklärte EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil auf AZ-Anfrage. Nichtsdestotrotz wolle man sich die Chance, die mit der dortigen Eisenbahnstrecke weiterhin liege, für die Region nicht verbauen.

Ganz fertig ist das Teilstück aber mit dem Abtragen des Walls aber noch nicht. Weiterhin fehlt die oberste Asphaltschicht auf dem Abschnitt. Bisher ragen noch immer Kanaldeckel einige Zentimeter heraus und sorgen für gefährliche Stolper- und Sturzstellen.

Allerdings werden die Asphaltarbeiten aufgrund der schlechten Witterung erst im kommenden Jahr statfinden können, wie Costard mitteilte. Eigentlich sollte die gesamte Vennbahn-Strecke Mitte 2012 fertig sein. Letztlich wird es nun 2014 werden, bis der Radweg allein das Merkmal Premium statt Panne trägt.

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